Archiv der Kategorie: Technik

Brände und andere Schäden an Windkraftanlagen (3)

Und eine weitere Folge aus der Reihe, die wir hier nun über Brände hinaus auch mit anderen Schäden erweitern.

Am 30.12.2013 ist ein 60m Rotorblatt einer 2010 errichteten Enercon E126 abgerissen und auf ein Feld nahe der Gemeinde Gerbach im Donnersbergkreis gefallen, Verletzt wurde niemand. Warum das Rotorblatt von der Anlage abgerissen ist, ist momentan noch ungeklärt. Zum Zeitpunkt des Unfalls war herrschte kein starker Wind oder gar Sturm.

Die Enercon E-126 mit einer Gesamthöhe von knapp 200 m  ist derzeit die Leistungsfähigste Windkraftanlage überhaupt mit bis zu 7,6 MW (alte Version 6 MW) installierter Leistung. Um die über 60m langen Rotorblätter überhaupt auf dem Landweg transportieren zu können sind diese zweigeteilt. Details zu den Anlagen sind hier und hier zu finden.

Und solche Vorkommnisse liebe Windkraftbefürworter sind es warum die Initiativen im ganzen Land anständige Abstandsregelungen der Anlagen zu Bebauung fordern! Es handelt sich bei diesen Anlagen um technische Bauten die, wie alle anderen technischen Systeme auch, Fehlfunktionen haben können. Bisher sind gottlob noch keine Menschen bei Bränden o.a. zu Schaden gekommen. Bedenkt man aber die Ausbaupläne der Politik, so ist es nur noch eine Frage der Zeit vor allem wenn Abstandsregelungen nach unten geändert werden.

Brände von Windkraftanlagen (2)

Und hier eine weitere Folge unserer Serie „Brände von Windkraftanlagen“.

In Dollerup (Kreis Schleswig-Flensburg) brannte am 28.11.2013 eine WKA ab. Und wie üblich musste die Feuerwehr tatenlos zusehen und konnte sich nur auf das Absperren beschränken. Auch hier handelt es sich wie im Video zu sehen um eine offene Fläche und nicht wie im Odenwald um dicht bewaldete Gebiete.

 

 

 

 

 

Tatsächliche Leistung von Windkraftanlagen

Die Mitstreiter der Initiative in Weinheim haben schon vor längerer Zeit einen lesenswerten Beitrag über die tatsächliche Leistung von Windkraftanlagen in Baden-Würtemberg erstellt. Sinngemäß gilt das gleiche was dort beschrieben wird auch für Hessen, besonders für Südhessen.

Hier geht es zum Artikel der Weinheimer.

Es sei gerade den Befürwortern der Windkraft und vor allem Politikern ans Herz gelegt sich mit den Hintergründen der Technik zu beschäftigen. Ausweisen von Vorrangflächen und Ausgabe von prozentualen Zielen von Landesflächen lassen nicht den Wind wehen wo er zur Stromerzeugung gebraucht würde. Das mag unbefriedigend sein, ist aber leider eine Tatsache.

 

Energieeigenversorgung von Unternehmen nimmt zu

Nachdem bereits in der Vergangenheit große Unternehmen wie die BASF eigene Kraftwerke betrieben haben, fangen jetzt bereits auch größere Mittelständler an eigene Kraftwerke zu bauen. vor allem diejenigen die nicht von der EEG Umlage befreit sind. Interessanter Effekt dabei, damit wird der Strom tendenziell für den „normalen“ Privatverbraucher noch teurer, da Firmen mit eigener Energieversorgung für den selbst erzeugten Strom natürlich weder Netzentgelte noch EEG Umlage zahlen müssen. D.h. die EEG Umlage wird dann noch stärker von den Privathaushalten und Kleinunternehmen aufgebracht werden müssen.

Stellt sich die Frage wann ein eigenes Stromaggregat im Privathaus beginnt wirtschaftlich sinnvoll zu sein. Ohne Änderung am EEG und stetig steigender EEG-Umlage könnte dieser Zeitpunkt tatsächlich irgendwann erreicht sein.

Diesel/Benzin Generatoren in vielen Häusern, wegen steigender Strompreise günstiger als Strom aus der Leitung? Genauso wie großflächige Waldrodungen für WKA im Namen des Umweltschutzes ist das kaum sinnvoll erklärbar.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass es so nicht weiter gehen kann mit der Energiewende. Anstatt den Ausbau gerade von Windenergie ungezügelt voranzutreiben, ohne an die Folgen im Gesamtsystem (wirtschaftlich und technisch) zu denken, sollte endlich eine sachgerechte Planung in den Vordergrund treten. Das dumpfe glorifizieren der Windkraft oder Standortausweisungen in Form von prozentualen Anteilen der Landesfläche sollten einer vernünftigen Planung und Steuerung weichen. Das ist aber leider momentan politisch nicht so recht in mode, siehe Euro Hawk Debakel, Berliner Flughafen, Stuttgart 21, usw…

Verteilung der Windgeschwindigkeit

Um die tatsächliche Auswirkung der Windgeschwindigkeit auf die Leistungsfähigkeit einer Windkraftanlage zu beurteilen ist neben den einzelnen Windgeschwindigkeiten über der Zeit und sich daraus ergebenden Durchschnittsgeschwindigkeiten, auch die Häufigkeitsverteilung der einzelnen Geschwindigkeitsklassen maßgeblich. Es ist offensichtlich, dass einzelne kurze Zeiten in denen hohe Windgeschwindigkeiten herrschen über ein Jahr gesehen weniger wünschenswert sind als durchgängig niedrigere aber dafür stetig anliegende Windgeschwindigkeiten, die wesentlich über der Mindestgeschwindigkeit liegen, bei der die betreffende Anlage anläuft.

Aufgrund der Leistungscharakteristik der Anlagen, die bei höheren Windgeschwindigkeiten wesentlich effektiver arbeiten als bei niedrigen kann man nicht einfach die Fläche unter der Kurve der Windgeschwindigkeitsverteilung als Maß verwenden, vielmehr muss eine Gewichtung der einzelnen Geschwindigkeitsklassen abhängig von der jeweiligen Anlagenleistung erfolgen.

WindGeschwVerteilung

Die BI hat nun über sechs Monate an Messwerten vorliegen. In der Grafik oben ist  die Verteilung der Windgeschwindigkeiten horizontal und deren prozentualer Anteil vertikal  aufgetragen.

Wir haben mit den uns vorliegenden Daten weitere Auswertungen erstellt die angesichts der Kenndaten der geplanten Anlagen und deren benötigten Mindestgeschwindigkeiten um überhaupt anzulaufen ergeben das die Anlagen am Stenges 55% der Tage eines Jahres stillstehen würden!

Wir kommen auf diese Werte nach nunmehr über sechs Monaten kontinuierlicher Messung, dazu noch in den windstärksten Monaten des Jahres (November bis März). D.h. bei einer 12 Monate dauernden Messung, wie sie nach den anerkannten Regeln der Technik notwendig wäre, ist neben einer noch niedrigeren Durchschnittsgeschwindigkeit auch noch ein höherer Stillstandswert anzunehmen.

Hier ist die aktualisierte Version unserer Zusammenfassung als komplettes Dokument zu finden.

Größenvergleich der geplanten Anlagen

Maßstabsgerechter Größenvergleich der geplanten Windkraftanlagen mit dem Kölner Dom und dem Mannheimer Wasserturm

Maßstabsgerechter Größenvergleich der geplanten Windkraftanlagen mit dem Kölner Dom und dem Mannheimer Wasserturm

Wie sich aus Gesprächen immer wieder ergibt haben die meisten Bürger keine bildliche Vorstellung von der tatsächlichen Größe der geplanten Anlagen. Hier ist nun der maßstabsgerechte Größenvergleich zum einen mit dem Kölner Dom (158m hoch) und dem Mannheimer Wasserturm (60m hoch) zu den geplanten Windrädern (Nabenhöhe 108m, Gesamthöhe 160m) zu sehen. D.h. die Anlagen überragen den Wasserturm um weit mehr als das doppelte und den Kölner Dom um etwa zwei Meter.

Vermehrt Stromausfälle in Birkenau

Birkenau hatte mit dem Stromausfall Ende Dezember in ca. 15 Monaten den nun schon dritten längeren Vorfall!  (… kurzzeitige Stromschwankungen und Spitzen im Birkenauer Netz hier noch nicht einmal mitgerechnet) Laut Pressemitteilungen der HSE-Netzbetrieb (bzw. des zuständigen Verteilnetzbetreibers (VNB) Rhein-Main-Neckar GmbH Co. KG, handelte es sich hier zweimal um Kabelfehler (wohl auf Grund “zu alter Leitungsstruktur“) und einmal um einen Defekt in einer Birkenauer Trafostation!  Auffällig ist hier, dass die Stromausfälle in 2011/2012 deutlich häufiger auftraten als in anderen Gemeinden, was wohl auf eine „schwache und/oder alten Netzstruktur“ in Birkenau hinweist. Will man hier jetzt in das selbe, alte, fehleranfällige Stromnetz auch noch mehre MW Windkraftstrom einspeisen … wird es das Birkenauer Netz sicher nicht so ohne weiteres verkraften bzw. es wird zu „noch mehr“ Stromausfällen als Konsequenz daraus kommen.

Stellt sich nun die Frage ob die Stadtwerke Viernheim auf Ihre Kosten das Birkenauer Stromnetz sanieren werden wo die HSE-Netzbetrieb schon seit Jahren nicht mehr groß in den Ausbau des Stromnetzes in Birkenau investiert. Die HSE wird also wohl kaum das Netz bei bzw. für einen neuen Windpark ausbauen, von dem sie nichts hat, außer den Strom teuer aufkaufen zu müssen.

Hier zum Beleg, die Links der entsprechenden Pressemeldungen der letzten 3 Stromausfälle

1.)   28. Dez. 2012

2.)   12. Nov. 2012   

3.)   13. Okt. 2011  

Waren das evtl. schon die Auswirkungen des EEG in Deutschland und der fehlenden Netzkapazitäten, die wir jetzt vermehrt auch hier zu spüren bekommen? Nicht nur das wir alle für die WKA über das EEG zahlen dürfen, über eine zusätzliche Abgabe für den Netzausbau gesprochen wird die wieder der Verbraucher zahlen soll., auch die über die letzten Jahrzehnte exzellente Versorgungssicherheit wird durch die unkoordinierte Aufstellung von WKAs gefährdet. Alles in allem also teurer und dafür schlechter.

Eigene Windmessungen

Mit heutigen Tage haben wir den 20 m Mast (bestückt mit professionellem Anemometer, mit unter 1% Toleranz/Messungenauigkeit, der Reihe:  „Thies First Class“ + Windrichtungsanzeiger + Temperatur- und Luftdrucksensorik)  3 Wochen in Betrieb!

In der ersten Woche, war dort die „durchschnittliche“,  gemessene Windgeschwindigkeit lediglich bei 2,2 m/sec!  Wir haben daher (nach ein paar windstärkeren Tagen der letzten 2 Wochen) nun heute noch einmal Daten gesichert und den Gesamtdurchschnittswert der letzten Wochen, seit Aufstellung ausgewertet.

Das aktuelle Ergebnis:  Für die letzten 3 Wochen  liegt die durchschnittliche Windgeschwindigkeit „Im Stenges“ auf 20m Höhe jetzt bei: 2,7 m/sec. !

Es wird dort seit Mitte November „im 1 Sekunden-Intervall“ gemessen und daraus für alle 10 Min. ein Durchschnittswert im Campbell Scientific Datenlogger abgespeichert. Diese 10 Min. Speicherwerte lesen wir dann direkt am Mast regelmäßig aus, um sie im Computer per Software auszuwerten.

Die aktuellen i.M. durchschnittliche feststehenden 2,7 Meter/pro Sekunde Windgeschwindigkeit wurde für allen Interessierten hier von Herrn Impresa (dem Mess-Mastbesitzer und Windmess-Ing.) bis auf 150 Meter Höhe hochgerechnet.

Hochrechnung der Windmessung von 20m auf 150m

Man sieht anhand der Tabelle, dass auf 110 Meter (da die Nabenhöhe der von Herrn Dipl. Ing. Simon „neuerdings“ für Birkenau fest vorgesehenen 3 Anlagen vom Typ Enercon E-92 auf 108 Metern liegt), dort eine durchschnittliche
Windgeschwindigkeit von 4,48 Metern pro Sekunde herrscht!  Und das in einem der 3 bis 4 windstärksten Monaten des Jahres (von November bis Februar)!!

In der Fachwelt der Planer, Gutachter und Windparkbetreiber gilt üblicherweise:  Alle  Windgeschwindigkeiten unter 5,25 Metern pro Sekunde auf 100 Meter Höhe, sind UNWIRTSCHAFLICH und daher nicht geeignet für die Errichtung von Windkraftanlagen
mit Turmhöhen von 100 Metern und mehr!

Film über den Aufbau einer Enercon Windkraftanlage

Auch wenn es sich bei der gezeigten Anlage um eine um noch einmal 22m (Nabenhöhe) größere Anlage handelt, kann man hier deutlich sehen was alleine der Bau für die Landschaft und die Anwohner bedeutet.

In Birkenau sind zwar kleinere Anlagen geplant, dafür aber drei. D.h. es werden alleine für den Beton der Fundamente hunderte von Fahrten notwendig sein.

Interessant auch die Windgeschwindigkeiten über die im Beitrag gesprochen wird. Die liegen schon am Mastfuß bei mehr als dem doppelten was wir bisher hochgerechnet auf 100m gemessen hatten. Sieht auch nicht so aus als ob diese Anlage mitten in besiedeltem Gebiet steht. Es gibt also sinnvolle Standorte, der in Birkenau ist es eben nicht.