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Windatlas ist eben keine Planungsgrundlage

Von Planern und anderen Verfechtern der Windenergie wird ja immer gerne der Windatlas als Grundlage von Standortentscheidungen genannt. Wie sich u.a. auch hier in Birkenau gezeigt hat, sind die dort genannten Werte aber bestenfalls grobe Anhaltswerte und wie der TÜV selbst auf seinen Webseiten schreibt, nur eine Grundlage um Standorte zu finden, an denen sich eine Messung evtl. lohnt.

Planer und Projektentwickler ignorieren das gerne, kosten Windmessungen über 12 Monate in geeigneten Höhen und professionellen Gerätschaften einige tausend bis zu einigen zehntausend Euro.

Auch die Binsenweisheit, dass in Süddeutschland im hügeligen, bewaldeten Gelände der Wind eher schwach weht, vor allem im Vergleich zur Küstenregion und dem norddeutschen Flachland, schmälert den Drang an die Subventionen zu kommen nicht.

Hier ein aktueller interessanter Beitrag des SWR Magazins Odysso hierzu

Stellt sich nur die Frage wann die Verantwortlichen endlich einsehen, das eine Energiewende auf Basis der Windkraft in Deutschland an den physikalischen Fakten scheitert.

Artikel im Starkenburger Echo vom 10.05.2013 zur Gemeindevertretersitzung vom 7.5.2013

Und wieder einmal hat Frau Menrath vom Starkenburger Echo einen alles andere als neutralen Artikel und einen Kommentar zum Thema Windkraft in Birkenau veröffentlicht. War schon die Berichterstattung über die Informationsveranstaltung letztes Jahr in Lörbach voll des Lobes und hat die schon fast tumultartigen Szenen unterschlagen, so sind die heutigen Artikel nicht weniger parteiisch.

Frau Menrath sieht hier eine knappe Mehrheit von zwei Stimmen zum Antrag der CDU einen Flächennutzungsplan aufzustellen. Offenbar übersieht man hier die Größe der Gemeindevertretung. Die knappe Mehrheit entspricht immerhin 7,6% der Stimmen. Oder anders gesagt mit 50% der Stimmen wurde der Antrag angenommen. Insgesamt waren 26 abstimmungsberechtigte Anwesend, 13 (50%) haben für den Antrag, 11 (42,3%) haben dagegen gestimmt und 2 (7,6%) haben sich enthalten.

In ihrem Kommentar bezeichnet sie uns als „Wutbürger“. Das grenzt bereits fast schon an eine Beleidigung.  Bürger die ihre Bürgerrechte in Anspruch nehmen sind keine „Wutbürger“!

Frau Menrath schreibt in Ihrem Kommentar:

„Eine lautstarke Minderheit hat mit viel Präsenz einen Teilerfolg erzielt, die CDU zum Einknicken gebracht und mit einem teilbereichsbezogenen Flächennutzungsplan das Verfahren zumindest verzögert. Die Gemeinde muss mindestens 50 000 Euro investieren für Gutachten, die die Investoren ebenfalls in Auftrag gegeben haben und deren erste Ergebnisse gerade erst eintrudeln.“

Woher nimmt Frau Menrath die Erkenntnis das wir eine Minderheit sind? Persönliche Gespräche geben uns ein anderes Bild. Und die CDU ist nicht eingeknickt, sondern versucht gemeinsam mit den Freien Wählern den Bürgern die Beteiligung zu verschaffen die von Anfang an vom Planer und der Gemeinde vollmundig versprochen und abgesehen von zwei Informationsveranstaltungen über ein Jahr hinweg nicht  eingehalten wurde.

Was die Kosten für die Gemeinde betrifft; ein solches Projekt sollte auch von Seiten der Gemeinde mit unabhängigen Fachleuten begleitet werden und die kosten Geld. Leider hat sich die Gemeinde aber von der Energieinitative zu einem unüberlegten Schnellschuß hinreißen lassen. Bei der Energieinitative herrscht aber mehr der Glaube jede Erneuerbare Energie sei aus sich selbst heraus einfach gut und sinnvoll. Physikalische und technische Tatsachen spielen leider nur eine untergeordnete Rolle. Die Gemeinde hat sich aber offenbar völlig auf die Aussagen der EI, des Planers und der Stadtwerke Viernheim verlassen. Zumindest die beiden letzten haben aber eigene Interessen die nicht unbedingt mit denen der Gemeinde oder gar der von ihr vertretenen Bürger übereinstimmen müssen.

Alles in allem ist es erschreckend wie in der Presse immer wieder das Mantra der guten erneuerbaren Energien ohne kritische Betrachtung der Umstände heruntergebetet wird und jeder der es auch nur wagt  kritische Fragen zu stellen sofort durch unsägliche Begriffe wie „Wutbürger“ diskreditiert wird.

Reaktion auf das Statement der Energieinitiative Strom aus Birkenau für Birkenau in der BGR vom 17.04.2013

Den meisten Lesern hier und der BRG wird die ganzseitige „Information“ der „Energieinitiative Strom aus Birkenau für Birkenau“ (im Folgenden EI) in der BGR vom 17.04.2013 aufgefallen sein. Wir, die Mitglieder der „Initiative gegen Windkraft im Stenges“, werden dort direkt angesprochen – zunächst wegen unserer „eigentlich faszinierenden Mühe“, die wir uns geben, um die Rentabilität zu hinterfragen. Wäre die EI diesen Weg gegangen, bevor sie an die Stadtwerke Viernheim und das Planungsbüro Simon herangetreten ist, hätten wir heute in Birkenau ein Problem weniger!

Die Darstellung des Zieles der EI, „Jedes Projekt muss für den Inverstor rentabel sein“ und die Aussage „… sollten sich die Messergebnisse der BI bestätigen, werden die Windkraftanlagen nicht gebaut, …“ suggeriert, dass die EI irgendeine Handhabe hätte, das Projekt stoppen zu können. Das ist natürlich nicht der Fall! Die EI verkennt die Tatsache, dass die Anlagen – auch wenn nicht genügend Wind weht – für den Betreiber trotzdem wirtschaftlich sein könnten, da die Anlagen über die EEG-Umlage für den gelieferten Strom subventioniert werden und die Investitionen zum Teil von Bürgern (Bürgerwindpark) getragen werden und Verluste und Abschreibungen die Steuerlast drücken können, das Risiko für den Betreiber wird so auf Kosten der Allgemeinheit minimiert – und dafür sollen wir unsere Natur und Lebensqualität opfern? Der EI ist dringend angeraten, sich darüber zu informieren, wie die Finanzierung von WKA funktioniert.

Bestürzt haben wir die Aussagen der Energieinitiative zur Strompreiskalkulation gelesen. Weder die Vergütung über die Vermarktung gemäß EEG durch die Übertragungsnetzbetreiber noch die Direktvermarktung stabilisieren den Strompreis. Beidemale muss der Verbraucher über die EEG Umlage die Differenz zwischen dem Strompreis an der Börse und dem an den Anlagenbetreiber gezahlten Preis ausgleichen. Die Direktvermarktung funktioniert wie hier beschrieben, und hier  eine Übersicht der TU Berlin zum Thema für diejenigen die sich sachlich korrekt informieren möchten.

„Gibt es in Deutschland an irgendeiner Stelle ein vergleichbares Objekt, welches zeigt, dass Anleger mit falschen Windmessungen betrogen wurden?“ wird von der EI gefragt.

Ja gibt es, eine einfache Recherche bei Google ergibt konkrete Beispiele z.B in Freiburg wie hier oder hier zu lesen ist. Hier wird das Geschäftsmodell und hier die Probleme von Prokon, die bundesweit Gelder für WKA einwerben beschrieben und dort heißt es: „Doch Jahr für Jahr blieben bei Prokon die realen Erträge der Windparks weit hinter den Prognosen der Verkaufsprospekte zurück.“  Oder im Falle des Windparks Wennersdorf ist das Ergebnis noch katastrophaler und bleibt teilweise 50% unter der Prognose.

Ob es sich dabei juristisch um Betrug handelt, mögen Juristen und Gerichte beurteilen, fragwürdig ist es aber auf jeden Fall und wie man sieht gibt es sogar mehr als ein Beispiel.

Die EI fragt sich auch wie wir auf unseren Ergebnissen widersprechenden Messungen reagieren würden? Nun wie es sich gehört, wir würden uns mit der Messung und dem Unterschied zu unseren Messungen objektiv befassen. Aber wenn professionell (und das meint mit Mast, alles andere kann nur als Unterstützung dienen) gemessen wird, werden die Ergebnisse nicht wesentlich von unseren abweichen, warum sollten sie auch am gleichen Standort.

Weiter wird von der Energieinitiative geschrieben: „Aber wer NEIN zur Atomkraft sagt, muss JA zu Alternativen sagen.“ Ein gerne gewähltes Argument der Befürworter von WKA. Muss man tatsächlich, nur weil man gegen etwas ist, für etwas bestimmtes anderes sein?

Wir Birkenauer haben laut der EI die moralische Pflicht, unseren Beitrag zur Energiewende zu leisten und damit die Windräder gut zu finden: „Alles andere wäre reiner Egoismus und auch Verantwortungslosigkeit.“ Diese Aussage der EI hat mit der Realität und objektiven/wissenschaftlichen Tatsachen nichts zu tun, sondern es wird mit der Angst der Menschen vor Kernkraftwerken gespielt, um eine für die sichere Stromversorgung momentan völlig ungeeignete Technologie mit unnötiger Hektik voranzutreiben. Unserer Meinung nach ist dies in höchstem Maße verantwortungslos.

Die EI betont, dass es „hier mit Recht und Gesetz zugeht“ und dass wir dies „in eigentlich unzulässiger Weise“ infrage stelle. Dies tun wir gerade nicht – wir haben vielmehr darauf aufmerksam gemacht, dass die derzeit noch geltende Rechtslage problematisch ist, da eine Baugenehmigung trotz fehlender Windhöffigkeit und unseres Erachtens unzureichender Abstandsregelungen erteilt  werden würde. Hierbei verschweigt die EI, dass der Windpark nach Inkrafttreten des Landesentwicklungsplans in ein paar Monaten eben nicht mehr gebaut werden dürfte! Der Stenges ist dann Ausschlussgebiet. Das wissen alle an diesem Projekt Beteiligten, trotzdem – oder gerade deswegen – wird das Projekt vorangetrieben. Außerdem haben wir von Anfang an beanstandet, dass die Bürger erst informiert wurden, als die Grundstücke schon verpachtet waren. Warum wurde außerdem nicht zuerst geprüft, ob sich das Gelände eignet? Das, was wir herausgefunden haben, hätte auch die EI herausfinden können: Der Milan befindet sich im Stenges, der Windpark ist nicht mit dem von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Landschaftsplan vereinbar, die Zuwegung ist schwierig usw,

Zum Schluss wird wieder einmal die so beliebte „Alternativlosigkeit“ herangezogen. Die EI schreibt: „Möglicherweise gibt es in der Zukunft ja Technologien, welche uns ermöglichen, auf Windenergie zu verzichten. Derzeit geht das jedoch, wie wir wissen, noch nicht.“ Wir fragen: Ist das ein Grund, in Birkenau Windräder zu errichten? Bei den von uns gemessenen Windgeschwindigkeiten von 3,7 m/s könnten 6 bis 9 % des Birkenauer Stromverbrauchs abgedeckt werden – das ist weit, sehr weit entfernt von den von der EI prognostizierten 60 %. Hier von „Strom aus Birkenau für Birkenau“ zu sprechen, das ist unzulässig – und nicht, dass Bürger gegen eine Wahnsinnsidee aufbegehren!

SPD spricht von „Populismus“ heute in den Weinheimer Nachrichten

Mit Freude haben wir festgestellt, dass jetzt endlich das Thema Windkraft auch in der Gemeindevertretung kontrovers diskutiert wird. Die CDU will heute (9.4.2013) Abend einen Eilantrag einbringen (siehe Beitrag weiter unten) und die SPD empört sich darüber heute.

Dort heißt es z.B.:

[…] die dafür notwendigen Untersuchungen seien im Vorfeld der Entscheidung für den Pachtvertrag bereis vom Fachbüro Simon (3P Energieplan) durchgeführt worden […]

Es sollte auch der SPD Fraktion und der Gemeinde als ganzes zu denken geben wenn man die Untersuchungen genau von demjenigen durchführen lässt der auch die Projektentwicklung durchführt. Die notwendigen Untersuchungen beziehen sich dabei offensichtlich nicht auf eine vernünftige Windmessung, sondern offensichtlich nur auf die Karten des RP Darmstadt für „Suchräume für Windvorrangflächen“ und Windkarten  des DWD. Dort heißt es aber z.B.

„Die Windkarten und –daten ermöglichen eine Abschätzung der Größenordnung des zu  erwartenden Windenergieertrags. Sie liefern somit erste Anhaltspunkte, wo eine Windenergienutzung sinnvoll sein kann. Für die Errichtung von Windenergiekonvertern
wird zur Absicherung der Wirtschaftlichkeitsberechnungen ein standortbezogenes Windgutachten
empfohlen.“

Angeblich wurde vom Projektträger ja bereits viel Geld investiert, stellt sich nur die Frage in was, in Windmessungen, wie jeder im Stenges sehen konnte bisher noch nicht.

aber weiter heißt es in den WN von heute:

Ebenfalls sei die Behauptung schlicht falsch, dass der Bau von Windrädern subventioniert werde. […] richtig sei , dass die einzige Subvention der garantierte Preisaufschlag auf den Produzierten Strom sei. 

Hervorragende Haarspalterei. Selbstverständlich wird der Bau nicht direkt oder gar staatlich, d.h. aus Steuergeldern subventioniert, das ändert aber nichts daran, dass die für 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung zu absurd hohen Preisen eine Subvention durch die Stromkunden für den Betrieb und über die Amortisation natürlich auch für den Bau ist. Und letztendlich ist dem Bürger egal ob hier Unternehmen Geldgeschenke über den Umweg Steuer oder direkter den Strompreis bekommen, es kommt immer aus dem gleichen Geldbeutel.

Am Schluss sagt die SPD in den WN:

„Wenn sich die Anlagen nicht rentieren sollten, werde nicht mehr diskutiert, dann werde einfach nicht gebaut.“

Dann ist ja eigentlich alles klar, nach einer fachgerechten Windmessung über 12 Monate auf 2/3 Nabenhöhe (Anforderungen gemäß FGW Teil 6 2.1.1 und 2.1.2 wie vom TÜV Süd bestätigt) kann gemäß unserer nunmehr mehr als 5 Monate (dabei die windstärksten) andauernden, mehrfach redundanten Messung (20m mast, 60m mast, LIDAR) das Ergebnis nur sein; es weht zu wenig Wind. Die unten gezeigte SODAR Messanlage ist für ein fachgerechtes Windgutachten eine Unterstützung aber eben nicht ausreichend. Aber bestimmt wird in Kürze noch ein entsprechender Messmast für eine unabhängige Messung zusätzlich aufgestellt.

 

 

 

Anmerkungen zu diversen öffentlichen Aussagen der letzten Zeit

ErgebnisseFebruar2012Nachdem zuerst die Initiative Strom aus Birkenau unsere Messung als „hochgerechnet“ bezeichnete (mittlerweile nicht mehr auf der dortigen Website) ist im heutigen Artikel des  Starkenburger Echo zur GV Sitzung vom Dienstag dem gleichen Trugschluss aufgesessen. Man formuliert das dort so:

„Mit eigenen Windmessungen versucht die Initiative zu beweisen, dass der Standort wirtschaftlich nicht rentabel ist. Allerdings misst die Initiative lediglich in 20 Meter Höhe und rechnet das Ergebnis dann auf 108 Meter Nabenhöhe eines Windrads hoch.“

Dies versucht den Eindruck zu erwecken unsere Messergebnisse wären nicht stichhaltig ob der geringen Masthöhe. Das ist so rundweg falsch.

Wir haben unabhängig zur Mastmessung eine LIDAR Messung bis auf 140m Höhe durchführen lassen die sämtliche Messergebnisse der Mastmessung bestätigt hat.

Dabei wurde auch der Rauhigkeitswert (vereinfacht; ein Wert für die Geländebeschaffenheit und die daraus entstehenden Luftverwirbelungen) am Standort bestimmt. Die tatsächlich gemessene Rauhigkeit war dabei noch schlechter für die Windgeschwindigkeit als das was wir ohnehin von Anfang an konservativ angenommen haben um uns nicht dem Vorwurf des „schlechtrechnens“ auszusetzen.

Unabhängig davon ist der immer wieder angesprochene Wert von 5,5 m/s aus berechneten Windkarten des DWD entnommen. Das ist genau an der Grenze an der sich WKA überhaupt wirtschaftlich betreiben lassen. Bisher wurden weder vom Planer noch vom zukünftigen Betreiber Stadtwerke Viernheim eigene Messungen gemacht. D.h. unsere Messung stellt momentan die einzige stichhaltige Aussage zu den Windverhältnissen am Stenges dar und zeigt das die Windverhältnisse denkbar ungeeignet sind für eine sinnvolle WKA. zurückzukommen auf die obige Aussage aus dem Starkenburger Echo, wir versuchen nicht zu beweisen das der Standort wirtschaftlich nicht rentabel ist, wir haben das bereits bewiesen, siehe die Messdatenauswertung weiter unten.

Auch wenn das offenbar manch einer der Befürworter der WKA im Stenges nicht wahr haben möchte, wir können unsere Aussagen jederzeit mit Fakten belegen.

 

 

Mehr Details zu den Messungen finden sich weiter unten im zugehörigen Artikel und im eingebundenen Vortragsvideo von Herrn Johannsen.

10 Fragen an den Gemeindevorstand und die Gemeindevertretung von Birkenau

Die Ortsvorsteher von Birkenau / Mitte und Kallstadt (Bernd Brockenauer), Löhrbach (Stefan Roewer) und Hornbach (Brigitte Kanz) haben vom Entwickler des Windparks „Im Stenges“, Herrn Ing. Simon, erfahren, dass die Baugenehmigung bereits im Februar eingereicht werden soll.Deshalb bittet die „Initiative gegen Windkraft Im Stenges“ den Gemeindevorstand und die Gemeindevertretung der Bevölkerung folgende Fragen zu beantworten:

  • Stimmt es, dass der Entwickler die Baugenehmigung im Februar einreichen will?
  • Liegen alle notwendigen Gutachten vor?
  • Werden die Gemeindeverteter die Gutachten prüfen, so wie sie es in der Gemeindevertretersitzung am 3. Juli 2012 versprochen haben?
  • Ist beim Regierungspräsidium Darmstadt, das die Genehmigung erteilt, ein „vereinfachtes Verfahren“ vorgesehen, das die Öffentlichkeit ausschließt, oder ein Verfahren mit UVPG  Umweltverträglickeitsprüfung) und Beteiligung der Öffentlichkeit?
  • Warum macht der Entwickler keine Windmessungen nach den Richtlinien des TÜV Süd?
    Diesen zufolge muss …
    a) der Messzeitraum mindestens 1 Jahr betragen.
    b) die Messung auf ? der geplanten Nabenhöhe erfolgen.
  • Gibt es im Nutzungsvertrag eine Ausstiegsmöglichkeit, wenn die Gutachten nicht den Vorstellungen der Gemeinde und der Gemeindevertreter entsprechen?
  • Wo genau erfolgt die Zuwegung zum Stenges? Wo und wie wird der Strom abgeleitet? Wie teuer werden die Zuwegung und die Ableitung des Stroms?
  • Stimmt es, dass es aufgrund der hohen Investitionen 10 Jahre keine Gewerbesteuer gibt? Gibt es überhaupt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung?
  • Warum wird das Vorhaben nicht gestoppt, obwohl der Gutachter des Entwicklers einen Rotmilanhorst im geschützten 1000-Meter-Bereich festgestellt hat?
  • Was passiert mit dem vom Land Hessen geschützten Grenzweg zwischen Kurpfalz und Kurmainz, der auf dem Stenges verläuft?

Neues zum Thema Windkraft in Birkenau

Hier die aktuelle Pressemitteilung der Initiative:

Die „Initiative gegen Windkraft Im Stenges“ informiert über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe zum geplanten Windpark

? Laut Landesentwicklungsplan für Hessen, der voraussichtlich im Frühjahr 2013 verabschiedet wird, dürfen Windparks nur in Vorranggebieten gebaut werden. Alle anderen Gebiete sind dann Ausschlussgebiete!

? Die Metropolregion Rhein Neckar hat 58 Vorranggebiete für Windparks ausgewiesen. Der Windpark „Im Stenges“ ist nicht dabei!

? Der Kreis Bergstraße hat eine Studie über erneuerbare Energie von der Fachhochschule Frankfurt am Main erstellen lassen (Details: Studie / Übersicht: www.erneuerbarkomm.de/bergstrasse). Diese wurde vom Landrat Wilkes zur Grundlage der Windkraftnutzung im Kreis erklärt.

Am 19. November 2012 wurde diese Studie in Anwesenheit vieler Bürgermeister, unter anderem Herrn Bürgermeister Morr, auf einer Regionalkonferenz in Wald-Michelbach von Frau Prof. Dr. Klärle vorgestellt

In aller Deutlichkeit erklärte sie, warum in Birkenau kein Potential für Windkraft vorhanden ist. Die vom Land geforderten Abstände von 1.000 Meter zu den umliegenden Ortsteilen Hornbach, Löhrbach und Kallstadt sind nicht gegeben.

? Die Bürgerinitiative hat eine eigene professionelle Windmessung in Auftrag gegeben – und das in der windstärksten Zeit von November bis März. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die von den Planern erhoffte Windstärke bei weitem nicht erreicht wird.

? Ein Vogelschutzgutachten soll im Frühjahr schriftlich vorliegen. Der Gutachter hat aber vorab schon bestätigt, dass es einen Horst im geschützten 1.000-Meter-Bereich gibt und die Milane ihr Jagdgebiet diesseits und jenseits vom Stenges haben. Ing. Simon, der Enwickler des Windparks, sagte bei der Bürgerinformation am 19. März 2012 in Hornbach:  „Gibt es einen Rotmilan in dem Bereich, dann ist das Vorhaben schon gescheitert.“

? Der Stenges liegt im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, der nach dem Landesentwicklungsplan von hoher Bedeutung ist, weil er „das Erleben erdgeschichtlicher und landschaftsgestaltender Vorgänge in einer für die Erholung bedeutsamen Landschaft vereint“.

Angesichts dieser Sachlage appelliert die BI an die Verantwortlichen, die Planung zu beenden, und an die Gemeinde, die Unterstützung dieses Vorhabens einzustellen.

Forschungsprojekt FH-Frankfurt: Kein Potential für Windenergie in Birkenau

Jetzt haben wir es auch von berufener Seite, es gibt kein Potential für Windenergie in Birkenau. Die FH-Frankfurt hat im Rahmen des Forschungsprojektes ERNEUERBAR KOMM! eine Methode entwickelt in der auf Basis der vorhandenen Daten eine ganzheitliche Potentialanalyse für erneuerbare Energien durchgeführt wurde. Neben dem Main-Kinzig Kreis, dem Regierungsbezitrk Mittelhessen und der Stadt Worms wurde auch für den Kreis Bergstraße eine solche Potentialanalyse durchgeführt.

Die Ergebnisse für den Kreis sind auf einer speziellen Seite aufbereitet. Auf dieser Seite kann man nicht nur die verschiedenen Gemeinden einzeln oder gemeinsam auswählen, außer Viernheim, dass sich nicht beteiligt hat, ein Schelm wer böses dabei denkt. Die Grundlage der Ergebnisse bzgl. Abstandsflächen und zu erwartender Windgeschindigkeiten sind hier beschrieben.

Dieses Projekt und die Beteiligten sind sicherlich unverdächtig gegen Windkraft oder andere erneuerbaren Energien zu sein und kommen doch zu den gleichen Schlüssen die wir bereits seit Wochen vorbringen: Windkraft in Birkenau und somit auch „Im Stenges“ ist nicht sinnvoll!

Wie dem Artikel in den WN/OZ zu entnehmen ist, ist sowohl der Kreis als auch die Gemeinden wild entschlossen die Energiewende herbeizuführen. Es wird sich also zeigen müssen ob man hier tatsächlich eine sinnvolle Vorgehensweise sucht und dann auch umsetzt. Wenn dem so ist dürfte der geplante Windpark aufgrund der vorliegenden Daten nicht genehmigt werden. Wir werden also sehen.

Wanderung zum Flurstück „Im Stenges“

Im Stenges? – Sagt mir nichts

So und ähnlich sind die Reaktionen der Birkenauer Einwohner, wenn sie danach gefragt werden, ob sie von einem Gelände in Birkenau wissen, welches „Im Stenges“ genannt wird. Im Stenges. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ein Stück Wald auf der Anhöhe welches von Birkenau, Hornbach und Löhrbach umfasst wird. Bald sollen dort Windkraftanlagen stehen und dafür müssen viele Bäume weg.

Machen Sie sich doch Ihr eigenes Bild davon. Am Sonntag, den 19. August lädt die Birkenauer Initiative „Gegen Windkraft im Stenges“ Sie zu einer Wanderung ein. Treffpunkt ist um 11:00 Uhr an der SKG-Halle in Löhrbach.