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Brände und andere Schäden an Windkraftanlagen (3)

Und eine weitere Folge aus der Reihe, die wir hier nun über Brände hinaus auch mit anderen Schäden erweitern.

Am 30.12.2013 ist ein 60m Rotorblatt einer 2010 errichteten Enercon E126 abgerissen und auf ein Feld nahe der Gemeinde Gerbach im Donnersbergkreis gefallen, Verletzt wurde niemand. Warum das Rotorblatt von der Anlage abgerissen ist, ist momentan noch ungeklärt. Zum Zeitpunkt des Unfalls war herrschte kein starker Wind oder gar Sturm.

Die Enercon E-126 mit einer Gesamthöhe von knapp 200 m  ist derzeit die Leistungsfähigste Windkraftanlage überhaupt mit bis zu 7,6 MW (alte Version 6 MW) installierter Leistung. Um die über 60m langen Rotorblätter überhaupt auf dem Landweg transportieren zu können sind diese zweigeteilt. Details zu den Anlagen sind hier und hier zu finden.

Und solche Vorkommnisse liebe Windkraftbefürworter sind es warum die Initiativen im ganzen Land anständige Abstandsregelungen der Anlagen zu Bebauung fordern! Es handelt sich bei diesen Anlagen um technische Bauten die, wie alle anderen technischen Systeme auch, Fehlfunktionen haben können. Bisher sind gottlob noch keine Menschen bei Bränden o.a. zu Schaden gekommen. Bedenkt man aber die Ausbaupläne der Politik, so ist es nur noch eine Frage der Zeit vor allem wenn Abstandsregelungen nach unten geändert werden.

Brandschutz bei WKA in Waldgebieten?

Was passiert eigentlich wenn eine WKA in Brand gerät? Die Planer und Betreiber werden sagen kommt nur äußerst selten vor. Mag sein, bzw. stimmt sicherlich, aber je größer die Anzahl der installierten Anlagen ist, umso größer auch die Wahrscheinlichkeit das so etwas auftritt. In den Sommermonaten ist bei uns Rauchen und offenes Feuer aus gutem Grund im Wald verboten. Jetzt stellt man Industrieanlagen dort auf, wie aber steht es um den Brandschutz? Sehen wir uns mal an wie sowas aussieht:

Eine WKA (vor allem in der Größenordnung wie Im Stenges geplant) hat neben der elektrischen Ausrüstung eben auch mechanische Teile die enorme Kräfte übertragen müssen. Lager können heißlaufen, Generatoren oder Leistungselektronik können durch Verschleiß, Tiere die eben doch einen Weg in die Anlage finden, Korrosion, Softwarefehler oder andere Gründe Defekte Entwickeln, die zu Hitzeentwicklung und letztlich einem Brand führen. Das gilt aber grundsätzlich für so ziemlich jede technische Anlage. Nicht zuletzt deshalb haben große Firmen wie z.B. Freudenberg eine eigene Werksfeuerwehr.

Jetzt will man also in Birkenau mehrere über 150m hohe WKAs mitten in den Wald stellen. Keine der freiwilligen Feuerwehren hat Ausrüstung um dort bei evtl. Bränden einzugreifen. Auch eine Wasserversorgung stelle ich mir „Im Stenges“ schwierig vor.

Stellt sich also die Frage ob die Gemeinde die Feuerwehren dann auf eigene Kosten aufrüstet oder ob hier der Betreiber dafür sorgt. Oder werden gar automatische Löschanlagen installiert (so etwas ist nicht nur teuer sondern muss zusätzlich regelmäßig gewartet werden).

Und die Gefahr eines Waldbrandes ist das Eine, da sich die Rotoren aber weiterdrehen, besteht auch die Gefahr das Funken/brennende Trümmer „geworfen“ werden und evtl. Bebauung auch in größerer Entfernung in Brand setzt.