Die nächste Pleite eines Windkraftfinazierers – Windwärts

Der niedersächsische Windkraft-Projektierer Windwärts hat wie heute bekannt wurde auch Insolvenz angemeldet. Windwärts hat wie Prokon bei Privatpersonen Geld für den Bau von Windkraftanlagen eingesammelt. Das fand allerdings in wesentlich kleinerem Umfang als bei Prokon statt.

Bereits im letzten Jahr musste die Zahlung von Genussrechtskapital in Höhe von 1,9 Mio Euro ausgesetzt werden. Dieses Jahr konnten Zinszahlungen von insgesamt 1,3 Mill. Euro nicht geleistet werden wie in der Presse berichtet wurde.

Bisher war man bei Windwärts der Meinung das Rückzahlungsansprüche der Genussrechtsinhaber bei der Beurteilung der Zahlungsunfähigkeit nicht berücksichtigt werden müssten. Nach einem von Windwärts beauftragten Rechtsgutachten ist das nicht der Fall und die Insolvenz wurde umgehend beantragt.

Soweit die offizielle Begründung warum man jetzt Insolvenz anmeldet.

Tatsächlich zeigt sich hier, dass offenbar das Geschäftsmodell der Finanzierer nicht tragfähig ist. Entweder weil die Windparks eben nicht genug erwirtschaften oder die Renditeversprechen überzogen waren. Vermutlich trifft aber beides zu.

Im Gegensatz zu Prokon, die langfristige Investitionen in Windparks (15 -20 Jahre) mit kurzfristig kündbarem (4 Wochen) Kapital der Genussrechtsinhaber finanziert haben, hat Windwärts hier längere Kapitalbindungen vereinbart.

Leider werden hier nun wieder einige Menschen (wohl etwa 1600) die den Versprechen eine gute Rendite zu erhalten und auch noch die Welt zu retten, geglaubt haben große Verluste erleiden.

Prokon insolvent

Wie bekannt wurde hat die PROKON Regenerative Energien GmbH heute (22.01.2014) Insolvenzantrag beim Amtsgericht Itzehoe gestellt.

Auf der Prokon Webseite heißt es dazu: „Das bedeutet allerdings keineswegs das Aus für PROKON. Der Antrag muss zunächst auf seine Zulässigkeit geprüft werden, was einige Monate in Anspruch nehmen wird.“

Bis heute haben lediglich etwas über 50% der Anleger den verlängerten Rückzahlungsmodalitäten zugestimmt. Alle Anleger werden jetzt lange auf die Rückzahlung ihres Kapitals warten müssen. Zinszahlungen wird es auf absehbare Zeit auch keine mehr geben und ob das Unternehmen die Insolvenz übersteht wird sich nun zeigen müssen.

Prokon betonte zwar immer wieder wie solide das Geschäft sei jetzt schreibt man aber:

„[…] werden wir unter Einbeziehung der Anregungen unserer Genussrechtsinhaber das Geschäftsmodell anpassen. Wir sind nach wie vor operativ gut aufgestellt und sind zuversichtlich, dass wir die aktuellen Schwierigkeiten überstehen werden. Uns ist klar, dass es Zeit ist, etwas zu verändern!“

Stellt sich nur die Frage warum man Insolvenz anmelden muss wenn man doch „operativ gut aufgestellt“ ist. Für eine Insolvenz eines Unternehmens gibt es üblicherweise zwei primäre Gründe:

1. Das Geschäftsmodell ist nicht tragbar

2. Das Management hat Fehler gemacht

Alle anderen gerne vorgeschobenen Gründe wie ausgefallene Kunden oder hier Anleger, geänderte Marktgegebenheiten oder ähnliches sind letztlich immer auf die beiden genannten Gründe zurückzuführen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, die Insolvenz eines Unternehmens ist ein ganz normaler Vorgang in der Marktwirtschaft, bei dem nicht überlebensfähige Unternehmen geordnet aus dem Markt genommen werden.

Gerade der Fall Prokon oder der noch nicht allzulange vergangene Fall Windreich sollten aber zu denken geben. Schlagen hier die überhöhten Erwartungen an den Ertrag von Windkraftanlagen durch? Rächt sich hier jetzt das man anstatt Erträge konservativ auf Basis von Messungen zu schätzen mit ungeeigneten Windkarten hantiert und Traumerträge prognostiziert?

Es steht zu erwarten das durch eine zweite große Insolvenz im Windkraftmarkt der Ausbau schwieriger wird weil Investoren jetzt noch vorsichtiger werden. Die Politik sollte anstatt auf Prozente von Vorrangflächen und Anzahl von Anlagen zu schauen endlich der Realität ins Auge sehen, dass Windkraft in Deutschland nicht die Lösung für die Energiewende ist, die man sich erhofft hat.

Prokon Schieflage

Prokon ist sicher den meisten ein Begriff. Bisher ist die Firma vorallem durch flächendeckendes Marketing via Postwurfsendung aufgefallen. Die Vorteile Geld in erneuerbare Energien und im speziellen Windkraft zu investieren wurde in buntesten Farben beschrieben. Phantastische Renditen von bis zu 8% wurden versprochen, und bisher auch bezahlt. Zwischen den Zeilen wurde natürlich auch an das Gewissen der Anleger, an deren Geld man wollte, appeliert in eine moralisch überlegene Energieform zu investieren und damit seinen Teil zur Energiewende und damit zur Rettung des Planeten beizutragen. Die übliche Argumentation der Windkraftbefürworter. Vor allem wurde aber die Gier der Anleger bedient. In Zeiten in denen 2% Zinsen auf ein Tagesgeldkonto längst der Vergangenheit angehören waren die Renditeversprechen so verlockend das wohl 75000 Anleger knapp 1,4 Milliarden Euro investierten.

Am Freitag (10.1.2014) hat Prokon nun in einem Brief an ihre Anleger darauf hingewiesen das wenn weitere Anleger aussteigen man in finanzielle Schwierigkeiten kommen würde. Prokon geht sogar noch weiter und fordert die Anleger auf eine Erklärung abzugeben das Kapital nicht zurückzufordern, da man sonst gezwungen wäre Insolvenz anzumelden.

Das hat in der Presse ein großes Echo ausgelöst und offenbar auch einige Anleger dazu motiviert ihr Kapital abzuziehen, oder es zumindest zu versuchen. Mittlerweile hat sich Prokon für das vorgehen entschuldigt. Im gleichen Schreiben heißt es aber auch: „Tatsächlich können wir in der jetzigen Situation aber keinerlei Rückzahlungen oder Zinsauszahlungen vornehmen.“ begründet wird das damit das im Insolvenzfall jetzt getätigte Auszahlungen ohnehin zurückgefordert würden. D.h. aber auch das die Situation ernst ist. Prokon schreibt weiter dass um eine Insolvenz zu verhindern bis heute (20.1.2014) für 95% des Genussrechtskapitals eine Zusage vorliegen muss bis zum 31.10. nicht abgezogen zu werden und im Falle einer späteren Kündigung einer Rückzahlung innerhalb von 12 Monaten zugestimmt wird, die auch in Raten erfolgen kann.

Kurz gefasst heißt das, dass die Anleger frühestens im Herbst 2015 ihr Kapital vollständig zurückbekommen könnten – im besten Fall. Da es sich bei Genussrechten um nachrangige Forderungen handelt ist bei einer Insolvenz ein Totalverlust nicht unwahrscheinlich. Natürlich macht es in der gegebenen Situation keinen Sinn wenn alle versuchen nun an ihr Geld zu kommen, da dies die Firma definitiv in die Insolvenz treibt zumal momentan weder Kapital noch Zinsen ausgezahlt werden.

Sollte Prokon Insolvenz anmelden müssen, wird das wohl auf die Finanzierung von Windparks und anderen Erneuerbare Energien Projekte erhebliche Auswirkungen haben. Auch diverse Energiegenossenschaften benutzen für die Finanzierung Kredite ihre Genossenschaftsmitglieder die de facto Genussscheine darstellen. Hier werden zwar nicht so hohe Zinsen wie bei Prokon geboten, aber immer noch deutlich mehr als auf Sparbüchern und Tagesgeldkonten.

Sofort wird ja bereits nach einer stärkeren Regulierung des sog. grauen Kapitalmarktes zu dem die Genusscheine gehören gerufen. Es wäre aber wesentlich wichtiger die wirklich nicht neue Erkenntnis, dass hohe Ertragsaussichten/Zinsen immer(!) mit hohem Risiko einhergehen in der Öffentlichkeit deutlich zu machen. Kann man sich dieses Risiko leisten und einen Verlust verkraften spricht nichts dagegen zu investieren. Es muss nur jederzeit klar sein das der mögliche Gewinn erst einmal nur eine Gewinnchance ist, die erst dann endgültig eingetreten ist, wenn das Geld zzgl. des Gewinns (hier Zinsen) auf dem eigenen Konto zurück ist.

Das selbstgesteckte Ziel zur Insolvenzvermeidung, Zusagen über den Verbleib von 95% der Genussrechte per heute zu erhalten, wird wohl nicht erreicht werden. Gemäß der Angabe auf der Prokon Website sind es bisher eher weniger als 50%. Stellt sich die Frage ob das nun unmittelbar die Insolvenz von Prokon bedeutet?

 

Brände und andere Schäden an Windkraftanlagen (3)

Und eine weitere Folge aus der Reihe, die wir hier nun über Brände hinaus auch mit anderen Schäden erweitern.

Am 30.12.2013 ist ein 60m Rotorblatt einer 2010 errichteten Enercon E126 abgerissen und auf ein Feld nahe der Gemeinde Gerbach im Donnersbergkreis gefallen, Verletzt wurde niemand. Warum das Rotorblatt von der Anlage abgerissen ist, ist momentan noch ungeklärt. Zum Zeitpunkt des Unfalls war herrschte kein starker Wind oder gar Sturm.

Die Enercon E-126 mit einer Gesamthöhe von knapp 200 m  ist derzeit die Leistungsfähigste Windkraftanlage überhaupt mit bis zu 7,6 MW (alte Version 6 MW) installierter Leistung. Um die über 60m langen Rotorblätter überhaupt auf dem Landweg transportieren zu können sind diese zweigeteilt. Details zu den Anlagen sind hier und hier zu finden.

Und solche Vorkommnisse liebe Windkraftbefürworter sind es warum die Initiativen im ganzen Land anständige Abstandsregelungen der Anlagen zu Bebauung fordern! Es handelt sich bei diesen Anlagen um technische Bauten die, wie alle anderen technischen Systeme auch, Fehlfunktionen haben können. Bisher sind gottlob noch keine Menschen bei Bränden o.a. zu Schaden gekommen. Bedenkt man aber die Ausbaupläne der Politik, so ist es nur noch eine Frage der Zeit vor allem wenn Abstandsregelungen nach unten geändert werden.

Anlagenschutzbereiche nach § 18a LuftVG

Das Bundesaufsichtsamt für die Flugsicherung hat eine interaktive Karte für die Anlagenschutzbereiche nach § 18a LuftVG erstellt. Für Birkenau ist das weniger relevant, aber die Kollegen in Rimbach und Fürth sollten sich das genauer ansehen.

Anlagenschutzbereiche nach §18a LuftVG_12-2013

 

Von politischer Seite wird ja darüber nachgedacht die gesetzliche Grundlage hier zugunsten der Windkraft zu verändern, deshalb hier Anlagenschutzbereiche nach §18a LuftVG_12-2013 der Zustand vom Dezember 2013.

Brände von Windkraftanlagen (2)

Und hier eine weitere Folge unserer Serie „Brände von Windkraftanlagen“.

In Dollerup (Kreis Schleswig-Flensburg) brannte am 28.11.2013 eine WKA ab. Und wie üblich musste die Feuerwehr tatenlos zusehen und konnte sich nur auf das Absperren beschränken. Auch hier handelt es sich wie im Video zu sehen um eine offene Fläche und nicht wie im Odenwald um dicht bewaldete Gebiete.

 

 

 

 

 

Die trügerischen Zahlen des Windatlas

Wie wir in Birkenau ja durch eigene Messungen bereits zeigen konnten sind die Daten aus dem jeweiligen Windatlas nicht als absolute Messgrößen zur Planung geeignet. Zum Teil wird das ja wie beim TÜV Süd auch explizit auf den Karten vermerkt indem man darauf hinweist das es sich um errechnete Werte handelt die lediglich Standorte zeigen sollen an denen Messungen überhaupt sinnvoll sein könnten.

Das ficht aber manchen Planer (wie Herrn Simon in unserem Fall) und auch manche Gemeinde (die auf das Geld aus dem Betrieb der WKA hoffen) nicht an. Hier wird frühlich davon ausgegangen das die in den Atlanten genannten Werte auch tatsächlich vorliegen.

Hier ein ARD Bericht  wie es dann tatsächlich kommen kann:

Tatsächliche Leistung von Windkraftanlagen

Die Mitstreiter der Initiative in Weinheim haben schon vor längerer Zeit einen lesenswerten Beitrag über die tatsächliche Leistung von Windkraftanlagen in Baden-Würtemberg erstellt. Sinngemäß gilt das gleiche was dort beschrieben wird auch für Hessen, besonders für Südhessen.

Hier geht es zum Artikel der Weinheimer.

Es sei gerade den Befürwortern der Windkraft und vor allem Politikern ans Herz gelegt sich mit den Hintergründen der Technik zu beschäftigen. Ausweisen von Vorrangflächen und Ausgabe von prozentualen Zielen von Landesflächen lassen nicht den Wind wehen wo er zur Stromerzeugung gebraucht würde. Das mag unbefriedigend sein, ist aber leider eine Tatsache.

 

Sind Windräder im Odenwald sinnvoll?

Prof. Dr. Günter Specht hatte ja bereits vor einem Jahr eine lesenswerte Präsentation mit 10 Gründen warum WKA im Odenwald nicht sinnvoll sind erstellt und uns freundlicherweise die  Veröffentlichung erlaubt. diese Präsentation wurde im Rahmen von aktuellen Vorträgen angepasst.

Besonders sei an dieser Stelle auf die Grafik auf Seite 10 hingewiesen. Dort wird deutlich das die installierte Leistung nur mittelbar mit der Stromerzeugung zu tun hat und – offenbar für manchen erstaunlich – im wesentlichen vom vorhandenen Wind abhängt.

Schaut man sich diese Daten an und vergleicht damit den politischen Starrsinn 2% der Fläche von z.B. Hessen als Vorrangflächen auszuweisen, wird deutlich das es hier schon lange nicht mehr um Fakten, sondern um Glauben geht.

Hier die beiden zugehörigen Dokumente Gründe gegen Windkraft_130814 und Specht_Windräder im Odenwald_final_04.

Schwarz-Grün in Hessen beschlossen

Heute wurde der Koalitionsvertrag zwischen CDU und den Grünen unterschrieben. D.h. ab Januar haben wir in Hessen eine Schwarz-Grüne Regierung. D.h. nun für alle Initiativen genau auf die weiteren Vorgänge in Wiesbaden zu achten.

Die Grünen sind ja nach wie vor wild entschlossen die Landschaft mit Windkraftanlagen vollzustellen, egal ob sie nun sinnvoll oder nicht sind. 

Der komplette Koalitionsvertrag findet sich hier.

Dort heißt es auf Seite 19:

– Ausbau der Windenergie
 Das größte Potenzial der Erneuerbaren Energien in Hessen liegt in der Nutzung der Windkraft. Wir wollen die Windenergie in Hessen deutlich ausbauen und haben uns daher zum Ziel gesetzt, 2
Prozent der Landesfläche zu Vorrangflächen für den Ausbau von Windenergie auszuweisen. Aktuell werden in allen drei Regionalversammlungen Hessens entsprechende Regionalpläne mit diesem Ziel aufgestellt. Sollte dieses Ziel auch nach der Beschlusslage nicht realisiert werden können, wird die Koalition den Sachverhalt neu bewerten und zeitnah geeignete Maßnahmen zur Erreichung des 2-Prozent-Ziels ergreifen. Dazu gehört gegebenenfalls auch eine Änderung des
Landesentwicklungsplans. Auch in diesem Fall soll die Abstandsvorgabe von 1.000 Metern
beibehalten werden.

Der Ausbau der Windkraft erfolgt an hierfür geeigneten Standorten mit möglichst geringen
Auswirkungen auf die natürliche Umgebung und nach den Vorgaben der Landesplanung. Interessen von Bürgerinnen und Bürgern sowie Aspekte des Kultur- und Landschaftsschutzes werden bei der Errichtung von Windkraftanlagen berücksichtigt. Unter der Maßgabe eines möglichst geringen Flächenverbrauchs sollen Windkraftanlagen an bereits vorhandenen Standorten modernisiert werden („Repowering“). 

Zur Erleichterung der Akzeptanz der Entwicklung von Windparks an geeigneten Standorten
unterstützen wir eine Solidargemeinschaft zwischen dem Land und Kommunen einerseits und von
Kommunen untereinander andererseits. Wir wollen die Kommunen an einem Teil des wirtschaftlichen Ertrags aus landeseigenen Flächen (Pachteinnahmen) beteiligen, unter der Voraussetzung, dass auch unter den Kommunen ein solidarischer Ausgleich erfolgt. Innerhalb der jeweiligen Solidargemeinschaft für ein konkretes Projekt gelten für das Land die gleichen Konditionen wie für die übrigen kommunalen Beteiligten.

Immerhin wird zumindest über 1000m Mindestabstand gesprochen. Aber interessant ist das das 2% Ziel wie ein Mantra weiter heruntergebetet werden. Ob überhaupt soviel Potentialfläche existiert auf der sich sinnvoll WKA betreiben lassen ist nach wie vor fraglich. Weiter unten wird zwar von „geeigneten Standorten“ gesprochen an denen die Akzeptanz gesteigert werden soll. Andererseits wird aber weiter oben dargelegt das man falls das Ergebnis der regionalpläne weniger als 2% Vorrangflächen ergibt, man geeignete Maßnahmen ergreifen will dieses „Ziel“ doch zu erreichen.

Im Klartext heißt das dann das man wahrscheinlich die Abstandsregelung oder andere Randparameter der Regionalpläne de fakto das Papier nicht wert sind auf dem sie geschrieben stehen falls in Summe die Vorrangflächen weniger als 2% der Landesflächen ergeben.

Es sei allen Initiativen in Hessen also ausdrücklich geraten genau zu verfolgen was bzgl. dieses Themas weiterhin geschieht. Ein Koalitionsvertrag ist, wie wir ja in der Vergangenheit gesehen haben, nicht gerade das verbindlichste Dokument in der Politik, zeigt aber immerhin die Geisteshaltung der Politik zu diesem Thema.