Archiv der Kategorie: Bürgerinformation

Regierungspräsidium informiert über geplante/beantragte und vorhandene Windkraftanlagen

Das Regierungspräsidium Darmstadt hat wie angekündigt umfassende Informationen zum Thema Windkraft in seinem Bereich online gestellt. Dazu auch eine Übersicht über alle im Regierungsbezirk Darmstadt betriebenen, genehmigten und beantragten Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von mehr als 50 m

Interessant sind hier für Birkenau die Anlagen in Wald-Michelbach. Dort sind bereits acht (8) Anlagen mit 200m Gesamthöhe beantragt. Von Birkenau ist Wald Michelbach etwa 8 km entfernt

Die Informationen zur Windkraft des RP Darmstadt inkl. Kartenmaterial finden sich hier.

Aufstellungsbeschluss für die Erstellung eines sachbezogenen Teilflächennutzungsplans Windkraft in Birkenau beschlossen

Wie bereits berichtet wurde gestern Abend über den Aufstellungsbeschluss für den sachbezogenen Teilflächennutzungsplan Windkraft abgestimmt. Wie bereits nach den beiden Abstimmungen der letzten Sitzungen bzgl. des FNP zu erwarten war wurde der Aufstellungsbeschluss beschlossen. Die SPD Fraktion, die ja in Teilen nach wie vor vehement für die Windräder eingetreten ist hat sich komplett enthalten.

Die Gemeinde hat bereits bei mehreren Planungsbüros angefragt und möchte nach Aussagen des Bürgermeisters nach der Sommerpause den Auftrag vergeben.

Wir haben also ein erstes Teilziel erreicht und sind unserem Anliegen den Windpark in dieser Form und an diesem Ort zu verhindern, etwas näher gekommen.

Dieser Aufstellungsbeschluss hat nun aufschiebende Wirkung, selbst wenn die Stadtwerke Viernheim und ihr Planer Herr Simon einen Bauantrag einreichen. Hintergrund ist hier, dass die Planungshoheit der Gemeinde während der Aufstellung eines FNP nicht durch laufende Antragsverfahren unterlaufen werden darf.

Wir freuen uns natürlich über diese Entwicklung, werden aber unsere Arbeit weiter wie gewohnt fortsetzen.

Motivation der Stadtwerke Viernheim für den Windpark

Nachdem sich unsere Einschätzung der Windgeschwindigkeiten am Stenges durch die monatelangen (und mit dem 60m Mast immer noch andauernden) Messungen mehr als bestätigt haben, war uns immer noch die Motivation der Stadtwerke Viernheim am Projekt unklar. Uns wurde auch auf diversen Veranstaltungen von Gemeindevertretern gesagt; „wenn der Standort unwirtschaftlich ist wird nicht gebaut“. Auch der Planer Herr Simon hat dies auf den Informationsveranstaltungen so gesagt. Und nicht zuletzt die Energieinitiative als glühende Verfechter des Projektes haben das mehrfach betont.

Die zu erwartende Investitionssummen  erscheinen zunächst für ein Unternehmen wie die Stadtwerke Viernheim auch zusammen mit anderen Stadtwerken wie im Fall Mossautal für recht hoch. Ein Unternehmen mit 55 Mio. (2010) Umsatz und einem Jahresüberschuss von knapp unter einer Million (2010) stemmt Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe für mehrere Windparks (Mossautal, Birkenau) nicht mal eben so aus der Portokasse.

Bei der Recherche zum Thema Mossautal sind wir nun auf eine Pressemeldung im Viernheimblog gestoßen die hier etwas Licht in die Sache bringt.

Dort heißt es z.B.:

Mit diesem Projekt lösen wir unsere Zusage ein, die Gelder aus dem „Sonnen-Schein“-Angebot in umweltfreundliche Stromerzeugungsanlagen zu investieren. Da die Eigenmittel für das Projekt ausschließlich aus Sonnen-Schein Geldern stammen, sind die neuen Anlagen ein echtes Bürgerprojekt.“

D.h. hier geht man keinerlei eigenes finanzielles Risiko ein, ausschließlich Geld von Anlegern wird hier investiert.

Weiter heißt es:

„Mit diesem Windpark kann der Anteil der regenerativen Energien an unserem Strombezug erheblich gesteigert werden. Rund 30 % unseres Strombedarfs decken wir mit unseren eigenen Anlagen ab. Wir werden damit unabhängiger von der Strombeschaffung auf dem Markt und können unseren Kunden langfristig gute Strompreise sichern.“

Die Viernheimer Stadtwerke sehen ihren Vorteil also darin, so „günstiger Strom einkaufen zu können“ bzw. sich bessere Einkaufskonditionen zu sichern und ihren Stromkunden so (hoffentlich) bessere VK-Preise auf jeden Fall aber die eigene Marge zu sichern. Das ist grundsätzlich legitim, aber weder im angesprochenen Fall Mossautal, noch bei uns in Birkenau hätten die Bürger vor Ort hier also irgendeinen Vorteil! Ja, mag mancher Sagen, man kann ja auch Kunde der Stadtwerke Viernheim werden, was dann wohl auch ein Sinn der Aktion ist.

Zusammengefasst sieht es also wenn hier in Birkenau der gleiche Ansatz gefahren wird so aus:

1. Die Stadtwerke investieren kein eigenes Geld, sondern nur Mittel aus ihrer Sonnen-Schein Aktion bzw. wie angekündigt von der Energiegensossenschaft Starkenburg eingesammeltes Geld.

2. Es müssen keine Banken oder andere Profi-Anleger bemüht werden die evtl. Gutachten vorab verlangen und danach bei schlechtem Ertrag unangenehme Fragen stellen

3. Ist der Ertrag schlecht, ist kein eigenes Geld riskiert und damit evtl. verloren und man hat zumindest noch die Möglichkeit zu zeigen wie innovativ und ökologisch man ist weil man viele Megawatt installierter Ökostromleistung hat.

4. Der einzige Verlierer bei schlechtem Ertrag sind die Anleger die in gutem Glauben Anteile gezeichnet haben.

D.h. den Stadtwerken kann es schlicht egal sein ob der Stenges wirtschaftlich funktioniert oder nicht, denn das Risiko ist denkbar gering.

Und genau wegen solcher Gründe ist es wichtig, dass die Gemeinde Birkenau einen sachlichen Teilflächennutzungsplan nun wie beschlossen zeitnah aufstellt und somit wieder handlungsfähig im Sinne ihrer Bürger wird und nicht im Sinne von Wirtschaftsunternehmen aus anderen Städten.

Praxiserfahrungen mit Bürgerwindparks

Hier  findet sich eine sehr interessante Abhandlung über Bürgerwindparks und deren finanzielle Situation in den letzten Jahren von Herrn Dipl.-Kfm. Werner Daldorf, Steuerberater & Vorsitzender des Anlegerbeirats des Bundesverbands WindEnergie e.V.

Wie hier zu lesen ist, bringt kaum ein Windpark den Ertrag den die jeweiligen Planer prognostiziert haben. Wie gesagt, es handelt sich hierbei um den Bundesverband Windenergie e.V. der unverdächtig sein dürfte diese Situation schlecht zu reden.

Es heißt in dem oben verlinkten Dokument z.B.:

„Das heißt, daß nach 10 Jahren bis Ende 2011 auf der Einnahmenseite im Durchschnitt 140 % eines Jahresumsatzes gefehlt haben. In 82 % der geprüften Jahresabschlüsse lagen die Umsatzerlöse unter dem Prospektansatz.“

und abschließend:

„Rund die Hälfte aller kommerziellen onshore-Windparks laufen so schlecht, daß deren Anleger froh sein können, wenn sie nach 20 Jahren ihr Kommanditkapital zurückbekommen haben.“

Schaut man sich die Zahlen unserer Windmessungen an und schaut was als Erwartungshaltung für den geplanten Windpark angegeben wurde, so würde er sich in die Reihe der ertragsschwachen Windparks eingliedern. Wie aus dem Dokument ersichtlich wurden hier zahlreiche Jahresabschlüsse ausgewertet, es handelt sich also um Tatsachen und keine Schätzungen.

Auch wenn von Seiten der Befürworter in Birkenau immer wieder auf die unabhängigen Messungen und Gutachten verwiesen wird, haben wir bis heute keine davon gesehen. Wir haben unsere Ergebnisse veröffentlicht, von seiten des Planers haben wir bisher nur ein SODAR Messgerät am Stenges gesehen, das aber für eine stichhaltige Prognose nicht geeignet ist weil zu ungenau.

Die Indizien sprechen also für genau den im verlinkten Dokument aufgezeigten Mechanismus von zu optimistischer Planung auf Basis von unzureichend gemessenen Werten.

 

Weitere Bilder der Rodungen und Naturzerstörungen im Mossautal

Mitglieder unserer Initiative haben sich auf den Weg ins Mossautal gemacht und haben die Situation auf der dortigen Baustelle für Windkraftanlagen dokumentiert. Die dortige Lage im Wald entspricht dabei bei weitem mehr der Situation in Birkenau im Stenges als beim immer wieder als Vergleich genannten Windpark in Neutsch, der auf freier Pläne steht.

WKA4-Panorama-mail

WKA2-Panorama-mail

Schaut man sich die Rodungen hier an, so so bekommt man einen Eindruck was Im Stenges in etwa passieren wird wenn gebaut wird. Und nicht nur im Stenges, sondern wie im ersten Bild ersichtlich auch in der Zuwegung von Reisen aus.

 

Gemeindevertretersitzung vom 9.4.2013

Die Gemeindevertretersitzung vom gestrigen (9.4.2013) Abend war bzgl. des Themas Windkraft enttäuschend. Die CDU hat ihren angekündigten Eilantrag für einen Flächennutzungsplan in einen normalen Antrag umgewandelt, da auf der Agenda auch Haushaltsberatungen standen und man der Diskussion bzgl. Windkraft daher vermutlich nicht die nötige Zeit einräumen würde können. Herr Heiß versprach daraufhin das das Thema Windkraft auf der Agenda für die nächste Sitzung gleich an erster Stelle stehen würde. Wir werden sehen.

Im Nachgang zu unserer Informationsveranstaltung am 13.03. hat der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Herr Sigurd Heiß, reagiert und uns mit dem Vorschlag angesprochen, das Anliegen der BI im Rahmen seiner geplanten Stellungnahme zum Thema Windkraft in der nächsten Gemeindevertretersitzung darzustellen. In einer Mail an Herrn Dörr wird uns folgendes von Herrn Heiß bestätigt:

Bestätigt wird mein Angebot an die BI, Fragen, die in die Zuständigkeit der Gemeindevertretung fallen, stellen zu können, die ich dann auch gerne, soweit realisierbar, in der Sitzung am 09.04.13 unter TOP 2 Mitteilungen mit beantworten werde.“ 

Wir haben daraufhin ein Dokument an Herrn Heiß geschickt, das sowohl unsere Sicht der Dinge als auch die entsprechenden Informationen und eine Liste von Fragen enthält von denen wir eine Beantwortung von Seiten der Gemeinde/Gemeindevertretung erwarten. Das komplette Dokument findet sich hier: 130409 – Fragen BI Gegen Windkraft Im Stenges und die Anlagen hier: 130409 – Anlagen Frageliste BI Gegen Windkraft Im Stenges, im folgenden die Fragen im einzelnen:

  1. Wird die Gemeinde Birkenau den Vorhabenträger, die Stadtwerke Viernheim, offiziell und schriftlich auffordern, ein öffentliches Verfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen ?
  2. Wird die Gemeinde Birkenau das Regierungspräsidium Darmstadt auffordern, ein öffentliches Verfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen, falls der

    Vorhabenträger, die Stadtwerke Viernheim, dies nicht beantragen werden ?

  3. Wer sind die Träger öffentlicher Belange (TÖB), welche von der Gemeinde Birkenau bzw. die Genehmigungsbehörden im Rahmen  der Prüfung eines Bauantrags angehört werden können oder müssen ?
  4. Welche Mitwirkungsmöglichkeiten hat die Gemeinde Birkenau bei der Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung  ?
  5. Nach vorliegendem Kenntnisstand erhalten nur die Mandatsträger der Gemeinde Birkenau Akteneinsicht im Rahmen  der Prüfung eines Bauantrags nach dem v. g. vereinfachten Verfahren; Vervielfältigungen sind dabei nicht möglich. Wie werden die Mandatsträger prüfen (rechtlich, technisch, wirtschaftlich, Naturschutz)?
  6. In welcher Form beabsichtigen die Mandatsträger, ihre Prüfergebnisse zu dokumentieren, offenzulegen, zu berichten und gegebenenfalls Einspruch zu erheben?
  7. Beabsichtigen die Mandatsträger für die Prüfung der Gutachten nach dem v. g. vereinfachten Verfahren externe Fachberater hinzuzuziehen ?
  8. Wird die Gemeinde Birkenau ein Abstandskataster der angrenzenden Ortsteile zu den geplanten Windkraftanlagen erstellen und dieses veröffentlichen ?
  9. Wird die Gemeinde Birkenau eine Kostenschätzung zu den erforderlichen Infrastruktur- und Erschließungsmaßnahmen erstellen, welche die Öffentlichkeit betreffen werden ?
  10. Wird die Gemeinde Birkenau einen Maßnahmenkatalog für die zu erwartenden Eingriffe in die Natur und das Landschaftsbild erstellen, welche die Öffentlichkeit betreffen werden ?
  11. Welche Schutzmaßnahmen plant die Gemeinde bei einer  Beeinträchtigung der v. g. öffentlichen Belange ?  Insbesondere sind hier die Verschattung und der Schallschutz in den Ortsteilen Hornbach, Löhrbach und Kallstadt zu berücksichtigen.
  12. Weshalb wird einem den künftigen Zielen des Landesentwicklungsplans / Regionalplans widersprechendem Vorhaben nicht mit einer eigenen Flächennutzungsplanung für Windkraft seitens der Gemeinde entgegengewirkt ?

Keine (!) dieser Fragen wurde von der Gemeinde selbst beantwortet. Herr Heiß hat in seiner Stellungnahme lediglich allgemeine Informationen die er beim Regierungspräsidium Darmstadt und den Stadtwerken Viernheim abgefragt hat vorgetragen. Dabei kamen zumindest die Träger öffentlicher Belange zutage, eine von 12 Fragen ist eine denkbar schlechte Quote. D.h. es steht bis heute immer noch eine Stellungnahme der Gemeinde/Gemeindevertretung aus. Darüber hinaus waren die vorgetragenen Informationen des RP Darmstadt mehr oder weniger eine Darstellung des Genehmigungsverfahrens, das mittlerweile bekannt sein dürfte. Die 19 an der Genehmigung beteiligten Behörden (der Großteil ohnehin Abteilungen des RP Darmstadt) wurden einzeln komplett verlesen, fraglich welchen Informationswert das Verlesen in der dargebotenen Form haben sollte.

Leider hat sich also Herr Heiß nicht an seine Zusage weiter oben gehalten!

Von seiten des Projektträgers Stadtwerke Viernheim wurde die Aussage übermittelt, dass die Wirtschaftlichkeit allererstes Ziel sei und falls diese nicht gegeben sei auch nicht gebaut werde.

Bemerkenswert war dass mehrfach deutlich betont wurde das das gesamte Verfahren gemäß den geltenden Gesetzen und Vorschriften ablaufen würde. Davon sind wir grundsätzlich ausgegangen! So etwas überdeutlich zu betonen hinterlässt mindestens einen fahlen Nachgeschmack.

Weiteres Highlight war dann bei den Mitteilungen des Bürgermeisters der Vorschlag die Energieinitiative Birkenau als Kandidat für einen Förderpreis des Kreises vorzuschlagen aufgrund des uneigennützigen Einsatzes für die Umwelt und der Fachkompetenz.

Als Fazit kann man also leider nur festhalten, das die Gemeinde sich wiederum um eine Stellungnahme gedrückt hat. Man vermeidet wo es nur geht eine eigene Linie zu vertreten. Es wird lediglich darauf verwiesen man habe nach Beratung im Sommer 2012 einen Vertrag unterschrieben   und damit sei das Thema erledigt. Das Lippenbekenntnis man nehme die Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst wurde durch den Vortrag konterkariert. Die Gemeinde versucht angesichts der desaströsen Messergebnise der BI offenbar sich aus der Verantwortung zu stehlen indem man stehts auf die Stadtwerke und das RP verweist und es tunlichst vermeidet die eigene Entscheidung vom letzten Jahr zu hinterfragen. Diese Entscheidung mag ja zum damaligen Zeitpunkt und den damals den Vertretern vorliegenden Fakten nachvollziehbar sein, das völlige Ignorieren der von uns vorgelegten Messergebnisse und Berechnungen ist dagegen unverständlich. Zumal diese Fakten allesamt öffentlich verfügbar sind und die Versprechen die für den „Bürgerwindpark“ gegeben werden wiederlegen.

Bürgerwindpark, Energiegenossenschaften und andere interessante Einsichten

Angesichts der mageren Windgeschwindigkeiten am Stenges stellt sich immer wieder die Frage wie ein solches Projekt überhaupt finanziert werden kann. Uns wird immer wieder vorgehalten (zum letzen mal von Herrn Heiß bei unserer Veranstaltung am 13.03.2013) die Stadtwerke Viernheim  würden sicher wissen was und warum sie das tun und davon abgesehen gehe die Wirtschaftlichkeit weder uns noch die Gemeinde etwas an.  Das ist grundsätzlich richtig, es ist nicht verboten schlechte wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen oder das eigene Geld zu verschwenden. Belastet aber das Vorhaben unbeteiligte Bürger und eine Gemeinde ist eine solche Haltung aus meiner Sicht mindestens fragwürdig. Und tatsächlich wird nicht nur eigenes Geld verschwendet, über die EEG Umlage ist hier sowieso jeder private Haushalt unmittelbar monetär belastet.

Im Zuge dieser Gedanken haben wir dann begonnen zu recherchieren wie denn das immer wieder als Vorbild genannte Neutscher Windrad eigentlich so finanziert wurde. Dabei sind wir auf interessante Informationen gestoßen die ebenso interessante Fragen aufwerfen. Nur soviel vorab; alle verwendeten Informationen sind frei im Internet verfügbar, es kann jeder selbst nachprüfen.

Bürgerbeteiligung/Bürgerwindrad

Zur Zeit, wie auch beim Birkenauer Projekt,  wird verstärkt für sogenannte Bürgerbeteiligungen im Rahmen von Windräder-Betreibermodellen geworben. Diese Werbung richtet sich in erster Linie an einen finanziell unerfahrenen Personenkreis, für den eine Investition in Windenergie eher eine Glaubenssache ist. Diese Menschen sind sich oftmals der Risiken nicht bewusst, die mit diesen Beteiligungen verbunden sind. Begünstigt wird der Erfolg dieser Betreibermodelle durch eine Vielzahl von Faktoren:

  • Unkritische Medien, die breit über erste Spatenstiche berichten und den Initiatoren Gelegenheit geben, ausführlich ihre Konzepte in den buntesten Farben darzustellen. Gibt es keine BI wie in Birkenau und mittlerweile vielen anderen Gemeinden, die dagegen halten, werden die Auswirkungen und Risiken der Anlagen einfach ausgeblendet.
  • Die Atmosphäre, die bei den Informationsveranstaltungen herrscht, erinnert an Kaffeefahrten. Wenn dann Bürgermeister, Gemeindevertreter und regionale Banken als auch „regionale Stadtwerke“ dieses Vorhaben unterstützen, umso besser und für den unbedarften Bürger natürlich vertrauenswürdiger. Es ging in Lörbach sogar so weit, das dem Planer und den Vertretern der Energiegenossenschaft Fresskörbe als Dank für die Teilnahme überreicht wurden. Fresskörbe dafür das sie ihr ureigenstes Interesse und Geschäft vertreten haben.
  • Die ständige Heraushebung der Selbstlosigkeit der Initiatoren – Ihre Ehrenamtlichkeit wird betont – Es geht ihnen ausschließlich um eine bessere Welt, in der alle Menschen über regenerativen Strom glücklich sind. Es wäre äußerst unpassend, ihnen mit solch profanen Fragen zu kommen, wie, ob man sicher sein kann, seine Einlagen jemals wiederzusehen und ob die zugesagten Erträge, niedrig genug, garantiert sind. Die Verschleierung der Risiken wird dadurch erleichtert, dass für Genossenschaftsanteile die sogenannte Prospektpflicht nicht gilt, also keine umfassende Beschreibung wie bei anderen Anlageformen stattfinden muss. Deshalb ist wohl auch diese Gesellschaftsform gewählt worden.

Im Rahmen des Anlegerschutzes nach § 8f Verkaufsprospektgesetz (VerkProsG) unterliegen alle Formen von öffentlich angebotenen Unternehmensbeteiligungen der Prospektpflicht. In diesem Prospekt müssen alle Aspekte der Beteiligung umfassend dargestellt werden, insbesondere auch das Insolvenzrisiko. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass Angaben fehlen oder falsch sind, kann der Anbieter dieser Beteiligungen , z.B. die Bank, zum Schadenersatz verpflichtet werden. Der jeweilige Prospekt muss vorab der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Prüfung vorgelegt und von dieser genehmigt werden. So werden die Anleger umfassend geschützt. Auch das öffentliche Angebot für eine Beteiligung an einem Bürgerwindpark oder einer Bürgersolaranlage fällt grundsätzlich unter diese gesetzliche Vorschrift.

Prospektpflicht gilt nicht für Genossenschaften bzw. für deren Initiatoren (VerkProsG § 8f  Abs.2 )!

Hätte z.B. das „Projekt Windstark 1“ der Energiegenossenschaft Starkenburg die Gesellschaftsform einer GmbH, müsste der genehmigte Verkaufsprospekt eine Umfang von ca. 200 Seiten mit umfangreichen Risikoaufklärungen haben. Da hier jedoch mit Bedacht die Form der Genossenschaft gewählt worden ist, genügt eine Broschüre mit einem Umfang von 11 Seiten!

Unklarheiten bei bereits realisiertem Projekt in Neutsch der Energiegenossenschaft Starkenburg 

Projekt Windstark 1
Die offizielle Projektbeschreibung findet sich hier
Auffällig ist der Preis, der hier für den Kauf eines Repower-Windrades ausgewiesen wird: 3.500.000 EUR (S. 7) !

Der Preis für diesen Typ liegt aber z.B. im „Lloydfonds Energie Europa bei nur 2.328.000 EUR, s. S. 95 des Verkaufsprospektes

Der weltweite Durchschnittspreis für Windkraftanlagen liegt bei etwa 1 Mio € pro installiertem MW Leistung wie z.B. hierhierhier, hier oder hier nachzulesen ist.

Stellt sich also die Frage wieso rund 1,2 Mio € mehr als nötig bezahlt wurden. Warum wurde so schlecht eingekauft? Oder anders formuliert, was ist mit dem Differenzbetrag von ~1,2 Mio € passiert der in Neutsch hauptsächlich aus dem Geld der Anleger beglichen wurde? Hat sich hier nur der Verkäufer der Anlage gefreut ein gutes Geschäft gemacht zu haben? Und was sagt das über die geschäftliche Eignung der Käuferseite aus?  Ein Schelm wer böses dabei denkt!

Was bedeutet es bei den Energiegenossenschaften Geld anzulegen?

Ob die Erträge ausreichen, die Verpflichtungen der und gegenüber den Genossen zu erfüllen, steht in den Sternen, nachdem, wie gesagt, ein Gros der zu erwartenden Gewinne mit dem Kauf der Windanlage zum überhöhten Preis über z..B die Abschreibungen gemindert werden.

Was bedeutet Insolvenz bzw. Konkurs für Anleger? Gerade an windschwachen Standorten wie im Stenges ist der mangelnde Ertrag, wie im vorherigen Beitrag gezeigt vorprogrammiert.  Diese Insolvenzgefahr ist in der Projektbeschreibung recht verklausuliert ausgedrückt (S. 10): „Das nachrangige Darlehen hat, wie es der Name schon sagt, Nachrangcharakter. Das nachrangige Darlehen gilt als Eigenkapital der Genossenschaft. Im Falle einer Genossenschaftsinsolvenz steht dieses Darlehen hinter Forderungen anderer Gläubiger zurück und somit wäre dann theoretisch ein Gesamtverlust in Darlehenshöhe möglich.“

Das heißt im Klartext:

Arbeitet die Genossenschaft mit Verlust, verringert sich entsprechend die Einlage da die Verluste zunächst aus dem Eigenkapital gedeckt werden. Im Falle einer Insolvenz bzw. eines Konkurses ist die Einlage weg. Die Formulierung „theoretisch ein Gesamtverlust in Darlehenshöhe“ oben heißt schlichtweg das man sein Geld der Genossenschaft übergibt und außer dem Vertrauen in die Windkraft keinerlei Garantie hat das Geld jemals wieder zu sehen. Es handelt sich also um eine hoch riskante Geldanlage mit Totalverlust Risiko. Der Begriff „theoretisch“ versucht oben zu suggerieren das das ja sehr unwahrscheinlich ist, im Zuge der Finanzkrise sollten wir aber alle gelernt haben das es so etwas wie theoretische Risiken nicht gibt.

Aber weiter, nachrangig bedeutet auch zuerst werden Banken bedient die in das Projekt eingebunden sind. Wenn dann noch was übrig bleibt, was unwahrscheinlich ist, kämen die Genossen zum Zuge. Für ein solches Risiko sind 4,25 Prozent Zins zu wenig. Marktüblich sind bei solcher Risikolage 8-12 %.Üblicherweise erhält jede Genossin/jeder Genosse aus den Erträgen der Genossenschaft eine jährliche Dividende. Über deren Höhe werden vorsichtshalber keine Aussagen gemacht, nur als fiktiver Fall in einer Beispielrechnung – und die ist absurd (S. 10): Dort wird der theoretische Fall erwogen, wie eine Jahresdividende von 30 EUR bei einem Konfessionslosen steuerlich zu behandeln wäre. Das würde eine Jahresdividende von 15 % bedeuten, ein absurd hoher Wert.

Von so einer Geldanlage kann unerfahrenen Anlegern nur abgeraten werden.

Energiegenossenschaft Odenwald

Die Energiegenossenschaft Odenwald beteiligte sich an den Windrädern auf der Neutscher Höhe, soweit bekannt soll das in Birkenau nicht der ´Fall sein. Es gelten aber die Aussagen zur Energiegenossenschaft Starkenburg entsprechend auch für sie. Der Unterschied hier: Ein zusätzliches Darlehen ist nicht vorgesehen. Die Einlage kann zwischen 100 und 5000 EUR  betragen, Kündigungsfrist 2 Jahre.

§ 45 Verwendung des Jahresüberschusses„
1) Über die Verwendung des Jahresüberschusses zuzüglich eines eventuellen Gewinnvortrages und abzüglich eines eventuellen Verlustvortrages entscheidet die Generalversammlung.“ D.h. es muss von Jahr zu Jahr neu entschieden werden, ob es eine Dividende gibt und wie hoch sie ausfällt.

Natürlich unterliegt auch diese Genossenschaft dem Insolvenzrisiko, die besonders verklausuliert in der Satzung ausgedrückt wird:

„§ 41 Nachschusspflicht :Eine Nachschusspflicht der Mitglieder besteht nicht“ § 46

2) Soweit ein Bilanzverlust nicht auf neue Rechnung vorgetragen oder durch Heranziehen der anderen Ergebnisrücklagen gedeckt wird, ist er durch die gesetzliche Rücklage oder durch die Kapitalrücklage oder durch Abschreibung von den Geschäftsguthaben der Mitglieder oder durch mehrere der vorgenannten Maßnahmen zugleich zu decken.(3) Werden die Geschäftsguthaben zur Deckung des Bilanzverlusts herangezogen, so wird der auf das einzelne Mitglied entfallende Anteil des Bilanzverlustes nach dem Verhältnis der übernommenen oder der nach der Satzung zu übernehmenden Geschäftsanteile aller Mitglieder bei Beginn des Geschäftsjahres, in dem der Verlust entstanden ist, berechnet.

Im Klartext: Arbeitet die Genossenschaft mit Verlust, verringert sich die Einlage entsprechend, im Konkursfall ist sie weg! Angesichts dieser Risiken sind 3,5% Zins ein Witz. Für Festgeld, das voll und ganz durch Einlagensicherungsfonds geschützt ist, gibt es annähernd ähnliche Zinsen. Die Volksbank selbst hat im letzten Jahr auf Ihre Anteile bei fast auszuschließendem Insolvenzrisiko(dann würde sie von benachbarten Volksbanken übernommen) 5,8 % gewährt.

Auch hier sollte also der unerfahrene Anleger Vorsicht walten lassen.

Wer trägt eigentlich das Risiko bei einem Windpark?

Abschließend sei noch darauf hingewiesen wer wirklich das Risiko bei Windparks im allgemeinen und natürlich vor allem in Birkenau trägt.

Der Hersteller der Windkraftanlage liefert die Anlage und wird dafür bezahlt. Er trägt kein besonderes Risiko wenn die Anlage ordentlich geliefert wird und technisch funktioniert wie jeder andere Lieferant auch.

Die Unternehmen die Bauleistungen ausführen tragen natürlich auch kein Risiko ob der Windpark funktioniert oder nicht. Sie haben Wege, Stromtrassen, Fundamente usw. gebaut wie bestellt und werden dafür bezahlt.

Der Planer. Wird üblicherweise vom zukünftigen Betreiber beauftragt und schuldet eine Werkleistung, d.h. eine genehmigungsfähige Planung und je nach Vertrag auch die Fertigstellung des Windparks, sprich Projektleitung. Ist diese Leistung erbracht worden wird er bezahlt. Also auch hier kein Risiko ob der Windpark die erhofften Erträge bringt.

Der Betreiber. Bekommt garantierte Einspeisevergütung und der Strom muss vom Netzbetreiber abgenommen werden. Schon mal kein Absatzrisiko. Die Investitionssumme soll ja zur Hälfte von der Genossenschaft Starkenburg kommen, die andere Hälfte von den Stadtwerken Viernheim. Schaut man sich Bilanzen der Stadwerke an so ist zu erkennen das das Unternehmen keine Multimillionen Investitionen einfach so aus eigener Tasche finanzieren kann, also wird man neben der Energiegenossenschaft Starkenburg auch noch Banken hinzuziehen müssen. Schaut man sich an das die Stadtwerke Viernheim noch andere Großprojekte im Bereich Windkraft parallel zu Birkenau vorantreiben wird schnell klar, das hier Fremdkapital benötigt wird. Bei Investitionen dieser Größenordnung ein in der Wirtschaft ja auch üblicher Vorgang. Um das Risiko hier von der Muttergesellschaft zu entkoppeln wird üblicherweise für einen Windpark eine GmbH&Co KG zusammen mit den Genossenschaften gegründet, und die WKA als Sicherheiten an die Banken übereignet. D.h. außer den Kosten für die Organisation besteht kaum ein Risiko.

Die Investoren in Genossenschaftsanteile: Geht jetzt etwas schief durch mangelnden Wind und damit Einnahmen, so ist die gegründete GmbH&Co KG irgendwann insolvent, die Banken fordern ihre Sicherheiten (die Windräder) ein und da dann keine Erträge mehr erwirtschaftet werden kann die Genossenschaft an ihre Genossen auch keine Gewinnbeteiligung mehr ausschütten oder Zinsen zahlen. Im schlimmsten Fall rutscht auch sie in die Insolvenz und die Genossenschaftsanteile und nachrangigen Darlehen sind verloren.

D.h. letztlich tragen bei den Bürgerwindparks die Privatinvestoren das hauptsächliche Risiko, alle anderen profitieren entweder durch Aufträge (Planer, Lieferanten, Hersteller) oder tragen nur minimale Kosten erhalten aber im Erfolgsfall ansehnliche Anteile des erwirtschafteten Gewinns (Betreiber).

 

Stromertrag auf Basis unserer Messwerte

Nachdem in der Öffentlichkeit teilweise absurde Zahlen bzgl. des Stromertrages aus den möglichen Windkraftanlagen kursieren hier nun ein paar Fakten basierend auf unseren Messungen und anderen öffentlich verfügbaren Daten.

Laut Erneuerbar-Komm Studie hat Birkenau einen Stromverbrauch von  31 GWh pro Jahr. In der folgenden Tabelle nun die zu erwartenden Stromerträge bei verschiedenen durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten:

  Windgeschw. In m/s Leistung Einzelanlage in kW Leistung 3 Anlagen in kW kWh / Tag kWh/Jahr MWh/Jahr GWh/Jahr
E-92 2,3MW 4 98 294 7056 2.575.440 2.575 3
  6 384 1152 27648 10.091.520 10.092 10
  6,5 510 1530 36720 13.402.800 13.403 13
  7 637 1911 45864 16.740.360 16.740 17
 
E-82 2,3MW 4 82 246 5904 2.154.960 2.155 2
  6 321 963 23112 8.435.880 8.436 8
  6,5 427 1281 30744 11.221.560 11.222 11
  7 532 1596 38304 13.980.960 13.981 14

D.h. die kursierenden 60% des Stromverbrauchs den der Windpark abdecken könne, kann selbst bei 7 m/s Windgeschwindigkeit nicht erreicht werden. Bei den laut Windsuchkarten prognostizierten 6,5 m/s wären es bestenfalls zwischen 35% und 40%. Nimmt man die von uns gemessenen 3,7 m/s so sind es gerade noch zwischen 6% und 9%.

Als Begründung warum wir Birkenauer Bürger den Windpark gut finden sollen fällt also das Argument einer überwiegenden Versorgung Birkenaus mit „sauberem“ Strom schon mal flach.

Schauen wir uns nun die finanzielle Ausbeute des geplanten Windparks an. Hier wird ja gerne von Bürgerwindpark gesprochen und den tollen Renditechancen. Es sei jedem ans Herz gelegt bevor er Geld in diesen Windpark z.B. über eine Genossenschaft investiert, sich zu verdeutlichen, dass das eingesetzte Kapital im Falle einer Insolvenz der Betreibergesellschaft (die speziell für jeden Windpark i.d.R. als GmbH & Co KG gegründet wird) mit hoher Wahrscheinlichkeit komplett verloren ist.

Aber zurück zur Ausbeute des geplanten Windparks anhand der vorliegenden Zahlen. In den ersten 5 Jahren erhalten Betreiber eine Einspeisevergütung von 8,8ct/kWh danach 4,8ct/kWh. Nimmt man nun die oben in der Tabelle genannten Stromerträge bei den von uns gemessenen Windgeschwindigkeiten so wird der Windpark etwa zwischen 190.000€ und 230.000€  an Einspeisevergütungen pro Jahr in den ersten fünf Jahren erzielen. Danach zwischen 103.000€ und 125.000€ pro Jahr.

Nochmal zur Verdeutlichung, die Erträge sind Durchschnittswerte die keinerlei Stillstand durch Wartung, Vermeidung von Schattenschlag, Schutz von Vögeln oder Fledermäusen usw. berücksichtigen. Gleichwohl also sehr optimistische Werte die in der Realität in Summe eher niedriger sein werden. Nimmt man nun als Investitionssumme für den Windpark optimistisch niedrige 2 Millionen pro Windrad inkl. aller Infrastrukturmaßnahmen, in Summe also 6 Millionen an und weiterhin eine Verzinsung von 4% p.a. so errechnet sich schnell das im ersten Jahr etwa 240.000€ Zinsen zu zahlen sind.  Bei den o.g. Erträgen basierend auf unseren Messungen erwirtschaftet der Windpark also noch nicht einmal die notwendigen Zinszahlungen. Weder Pacht noch Wartung ist hier berücksichtigt.

Der viel beschworene „Bürgerwindpark“ bringt den Bürgern also eher keinen finanziellen Segen, sondern im schlimmsten Fall das Risiko das eingesetzte Kapital zu verlieren. Auch das also kein Grund den Windpark in Birkenau gut zu finden.

Die Gemeinde hofft ja auf Gewerbesteuererträge, Pachteinnahmen und evtl. sogar eine Gewinnbeteiligung. Das wäre ja im Sinne der Gemeinschaft eine gute Sache wenn die klamme Gemeindekasse so aufgebessert würde. In Anbetracht der Zahlen oben ist aber auch hier eher nichts zu erwarten. Wenn nicht einmal die Zinsen erwirtschaftet werden, so gibt es wohl auch keinen Gewinn aus dem Betrieb und somit betrachtet man nich die Abschreibungen sowieso auf lange Sicht auch keine Gewerbesteuer. Also auch das kein Grund den Windpark gut zu finden.

Abschließend sei nur nocheinmal darauf hingewiesen das wir alle über die EEG Umlage die o.g. Einspeisevergütung, d.h. jede kWh die der Betreiber verkaufen kann, mit etwa 4-5 ct subventionieren, d.h.  über unser aller Stromrechnungen bezahlen.

Zusätzlicher 60m Messmast

 

Aufbau des 60m Masts I

Aufbau des 60m Masts I

Bei unserer Veranstaltung am Mittwoch 13.03.2013 haben die Befürworter des Windparks unsere Messergebnisse mit dem 20m Mast und der LIDAR Messung wieder einmal in Zweifel gezogen. Leider ist man offenbar nicht willens oder in der Lage sich mit den messtechnischen Grundlagen der Windmessung zu beschäftigen. Man warf uns sogar vor unredlich vom Planer zu verlangen eine Messung auf 2/3 Nabenhöhe vorzunehmen messen. Dabei wird aber offensichtlich ignoriert, dass wir nur die ungeeigneten Windgeschwindigkeiten aufzeigen wollen die nicht für eine WKA geignet sind. Wir wollen nicht einen rentablen und sinnvollen Windpark planen, wovon wir bei den Stadtwerken Viernheim und dem Planer Herr Simon ausgehen.

Herr Heiß versuchte bei der Veranstaltung am 13.03.2013 sogar Herrn Johannsen und sein Unternehmen durch zitieren eines Zeitungsartikels zu diskreditieren, was bei den anwesenden Bürgern nur Kopfschütteln hervorrief.

Montage des Anemometers am 60m Mast

Montage des Anemometers am 60m Mast

Um auch die letzte Anfeindungen unserer Messergebnisse endgültig zu entkräften haben wir Herrn Johannsen beauftragt einen 60 m Messmast zu beschaffen, der parallel zu dem vorhandenen Mast aufgestellt wird und die Messergebnisse nun auch auf etwas weniger als 2/3 Nabenhöhe der geplanten Anlagen dokumentiert.

Danach liegen uns dann mehrfach gesicherte Daten über die Windverhältnisse am Stenges vor. Der Planer Herr Simon und die Stadtwerke Viernheim haben bis heute keinerlei Messungen vorgenommen und halten sich auch völlig aus der Diskussion heraus.

Vermehrt Stromausfälle in Birkenau

Birkenau hatte mit dem Stromausfall Ende Dezember in ca. 15 Monaten den nun schon dritten längeren Vorfall!  (… kurzzeitige Stromschwankungen und Spitzen im Birkenauer Netz hier noch nicht einmal mitgerechnet) Laut Pressemitteilungen der HSE-Netzbetrieb (bzw. des zuständigen Verteilnetzbetreibers (VNB) Rhein-Main-Neckar GmbH Co. KG, handelte es sich hier zweimal um Kabelfehler (wohl auf Grund “zu alter Leitungsstruktur“) und einmal um einen Defekt in einer Birkenauer Trafostation!  Auffällig ist hier, dass die Stromausfälle in 2011/2012 deutlich häufiger auftraten als in anderen Gemeinden, was wohl auf eine „schwache und/oder alten Netzstruktur“ in Birkenau hinweist. Will man hier jetzt in das selbe, alte, fehleranfällige Stromnetz auch noch mehre MW Windkraftstrom einspeisen … wird es das Birkenauer Netz sicher nicht so ohne weiteres verkraften bzw. es wird zu „noch mehr“ Stromausfällen als Konsequenz daraus kommen.

Stellt sich nun die Frage ob die Stadtwerke Viernheim auf Ihre Kosten das Birkenauer Stromnetz sanieren werden wo die HSE-Netzbetrieb schon seit Jahren nicht mehr groß in den Ausbau des Stromnetzes in Birkenau investiert. Die HSE wird also wohl kaum das Netz bei bzw. für einen neuen Windpark ausbauen, von dem sie nichts hat, außer den Strom teuer aufkaufen zu müssen.

Hier zum Beleg, die Links der entsprechenden Pressemeldungen der letzten 3 Stromausfälle

1.)   28. Dez. 2012

2.)   12. Nov. 2012   

3.)   13. Okt. 2011  

Waren das evtl. schon die Auswirkungen des EEG in Deutschland und der fehlenden Netzkapazitäten, die wir jetzt vermehrt auch hier zu spüren bekommen? Nicht nur das wir alle für die WKA über das EEG zahlen dürfen, über eine zusätzliche Abgabe für den Netzausbau gesprochen wird die wieder der Verbraucher zahlen soll., auch die über die letzten Jahrzehnte exzellente Versorgungssicherheit wird durch die unkoordinierte Aufstellung von WKAs gefährdet. Alles in allem also teurer und dafür schlechter.