Windmessungen des Planers und Anforderungen an ein fachgerechtes Windgutachten

SODARApril2013_2Offenbar hat der Planer nun, wie schon lange angekündigt, mit einer eigenen Windmessung begonnen. Seit einigen Tagen steht ein SODAR Gerät am Stenges. Immerhin ein Anfang, auch wenn SODAR Messungen alleine natürlich nicht ausreichend sind für eine genaue Bestimmung der Standorteignung, aber immerhin, ein Anfang und vielleicht kommt ja noch eine eigene Mastmessung hinzu.

Der Gruppenleiter Gutachten, Wind Cert Services  TÜV SÜD Industrie Service GmbH hat auf unsere Anfrage hin Anfang diesen Jahres die Grundlagen einer ordentlichen und fachgerechten Windmessung beschrieben:

FGW Teil 6 ( = FGW e.V.- Fördergesellschaft Windenergie und andere Erneuerbare Energien) fordert  unter anderem in Kapitel 2.1.1 Anforderungen an Windmessungen dass:

  1. 1.       Der Messzeitraum sollte 1 Jahr nicht unterschreiten

und

  1. 2.       Die oberste Messhöhe sollte 2/3 der (geplanten) Nabenhöhe nicht unterschreiten.

Bezüglich einer Lidar- oder  Sodar-Messung sind den selben Anforderungen laut FGW Teil 6 genüge zu leisten! Dies bedeutet, dass eine alleinige  Sodarmessung nicht zur Erstellung eines Windgutachtens ausreichend ist!

SODARApril2013_1Erschwerend kommen hier hinzu, dass ein Sodar Messgerät aufgrund der Technologie, im Regelfall eine niedrigere Verfügbarkeit als eine Windmessung aufweist, welche zusätzlich noch mit der Höhe abnimmt. Ursachen davon sind häufig witterungsbedingt, z.B. Regen, Schnee, Nebel usw. weiterhin gilt, dass ein Sodar, welches in einem Waldgebiet aufgestellt wird, unter dem Effekt des Festechos (Rückstreuung der Sodarwellen an den Bäumen) nochmals eine niedrigere Datenverfügbarkeit erreichen wird. Der Mindestabstand zur Waldgrenze sollte zudem, 100 m nicht unterschreiten.

Primäres Ziel einer Sodar- oder auch einer Lidar-Messung ist die Bestimmung des Windprofils am Standort als Unterstützung zu weiteren Daten (Windmessung oder Ertragsdaten).

Dafür müsste in repräsentativen Zeiträumen, z.B. Herbst und Frühling jeweils 2-3 Monate mit hoher Datenverfügbarkeit gemessen werden.

D.h. dass die reine Sodarmessung aufgrund der u.U. geringen Qualität keinen Eingang in die Berechnungen eines Windgutachtens findet kann.

Diesen „deutlichen“  Aussagen des Gruppenleiters Windgutachten, des TÜV Süd Wind Cert Services ist zu entnehmen, dass eine alleinige, reine 2 monatige mastlose Lidar- oder Sodar-Messung am Standort im Stenges „keine Relevanz“ für ein seriöses Windgutachten hat! Die Planungsfirma 3 P Windenergie GmbH, hat jedoch genau nur so eine zwei Monatsmessung  geplant und dieses auch so bei einem persönlichen Treffen mit den Birkenauer Ortsvorstehern, gegenüber diesen,  als absolut ausreichend dargestellt.

Wir werden sehen ob die jetzt aufgestellte Anlage nur der Anfang einer professionellen Messung ist oder nur eine „Feigenblattlösung“. Wir haben mittlerweile 5 Monate kontinuierliche Daten und bereits einige Wochen auch mit dem 60 m Mast. D.h. wir wissen bereits das die erreichbaren Geschwindigkeiten weit unterhalb der mindestens erforderlichen 5,5 m/s sind.

Wir sind schon gespannt ob die Messergebnisse offen gelegt werden. Da man ja über die Energiegenossenschaft Starkenburg Gelder einwerben möchte wäre das eigentlich zu erwarten.

2 thoughts on “Windmessungen des Planers und Anforderungen an ein fachgerechtes Windgutachten

  1. Stefan Kopp

    Hallo,
    auf Ihrer Seite über den Windpark schreiben Sie dass eine einzelne WEA 5ha (also 50.000m²) Kranstellfläche benötigt. Bitte nennen Sie Ihren Besuchern (und nicht nur mir) die Informationsquelle für diese sinnlose Zahl (richtig wäre 0,5ha) Auch wenn Sie die Nutzung der Windenergie für unsere zukünftige saubere Energieversorgung nicht beführworten, so sollten Sie dennoch immer! bei der Wahrheit bleiben, da Ihre Webseite sonst nicht ernst genommen wird. Und Sie wollen doch sicher ernst genommen werden? 😉

    viele Grüsse aus Hamburg
    Stefan Kopp
    ___________________________________
    Windenergie-im-Binnenland
    Windgutachten und Site-Assessment

    Antworten
    1. Sven Semel Beitragsautor

      Hallo Herr Kopp,

      danke für den Hinweis, das ist (war) schlicht ein Tippfehler und ist bereits korrigiert. Sie haben recht, üblicherweise geht man von etwa 5000 m² pro Anlage aus. Da hier bei uns mittlerweile über Enercon E-92 gesprochen wird, ist das aber vermutlich zuwenig. Alleine für den Rotor braucht man bei liegender Montage schon über 6000 m², der Kran muss auch noch irgendwo stehen, d.h. ich würde bei einer Enercon E-92 für die Montage von etwa einem Flächenbedarf von 1 ha, also 10.000 m² ausgehen (6.648 m² Rotorfläche + Kranstellfläche + Schwenkbereich + Fundamentfläche des Turms).

      Und was den Hinweis sich immer an die Wahrheit zu halten betrifft, wir tun dies nach bestem Wissen. Würden das doch die Windkraftbefürworter auch immer tun und nicht nur die genehmen Informationen verbreiten und die unangenehmen lieber ignorieren. Das ist leider das was wir ständig erleben.

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