Prokon insolvent

Wie bekannt wurde hat die PROKON Regenerative Energien GmbH heute (22.01.2014) Insolvenzantrag beim Amtsgericht Itzehoe gestellt.

Auf der Prokon Webseite heißt es dazu: „Das bedeutet allerdings keineswegs das Aus für PROKON. Der Antrag muss zunächst auf seine Zulässigkeit geprüft werden, was einige Monate in Anspruch nehmen wird.“

Bis heute haben lediglich etwas über 50% der Anleger den verlängerten Rückzahlungsmodalitäten zugestimmt. Alle Anleger werden jetzt lange auf die Rückzahlung ihres Kapitals warten müssen. Zinszahlungen wird es auf absehbare Zeit auch keine mehr geben und ob das Unternehmen die Insolvenz übersteht wird sich nun zeigen müssen.

Prokon betonte zwar immer wieder wie solide das Geschäft sei jetzt schreibt man aber:

„[…] werden wir unter Einbeziehung der Anregungen unserer Genussrechtsinhaber das Geschäftsmodell anpassen. Wir sind nach wie vor operativ gut aufgestellt und sind zuversichtlich, dass wir die aktuellen Schwierigkeiten überstehen werden. Uns ist klar, dass es Zeit ist, etwas zu verändern!“

Stellt sich nur die Frage warum man Insolvenz anmelden muss wenn man doch „operativ gut aufgestellt“ ist. Für eine Insolvenz eines Unternehmens gibt es üblicherweise zwei primäre Gründe:

1. Das Geschäftsmodell ist nicht tragbar

2. Das Management hat Fehler gemacht

Alle anderen gerne vorgeschobenen Gründe wie ausgefallene Kunden oder hier Anleger, geänderte Marktgegebenheiten oder ähnliches sind letztlich immer auf die beiden genannten Gründe zurückzuführen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, die Insolvenz eines Unternehmens ist ein ganz normaler Vorgang in der Marktwirtschaft, bei dem nicht überlebensfähige Unternehmen geordnet aus dem Markt genommen werden.

Gerade der Fall Prokon oder der noch nicht allzulange vergangene Fall Windreich sollten aber zu denken geben. Schlagen hier die überhöhten Erwartungen an den Ertrag von Windkraftanlagen durch? Rächt sich hier jetzt das man anstatt Erträge konservativ auf Basis von Messungen zu schätzen mit ungeeigneten Windkarten hantiert und Traumerträge prognostiziert?

Es steht zu erwarten das durch eine zweite große Insolvenz im Windkraftmarkt der Ausbau schwieriger wird weil Investoren jetzt noch vorsichtiger werden. Die Politik sollte anstatt auf Prozente von Vorrangflächen und Anzahl von Anlagen zu schauen endlich der Realität ins Auge sehen, dass Windkraft in Deutschland nicht die Lösung für die Energiewende ist, die man sich erhofft hat.

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